Bei Diskussion über das Krisenmanagement wurde kurzzeitig geschmunzelt

Auch bei Katastrophen könnte in Arendsee geheiratet werden – Schmunzeln bei Diskussion über Krisenmanagement

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Die Stabsstelle für das Krisenmanagement wird im Gerätehaus eingerichtet. Bestrebungen der Fraktion der Linken, sie im Rathaus zu etablieren (kleines Foto), scheiterten.

Arendsee. Die Stabsstelle im Rahmen des Krisenmanagements kann nicht im Rathaus etabliert werden. Der Vorschlag von Stadtrat Thomas Schlicke (Linke) sollte jüngst im Stadtrat schnell wieder vom Tisch, denn in der Beschlussvorlage war das Gerätehaus als Dienstort vorgesehen.

Für etwas Erheiterung sorgte Hauptamtsleiterin Anja Schrader. „Wenn im Katastrophenfall der Stab im Sitzungszimmer tagt, dann ist es schlecht, wenn zeitgleich Hochzeiten stattfinden“, sagte sie und sorgte so für leichtes Schmunzeln. Doch beides, Heirat und Katastrophen schließen sich nicht automatisch aus. Denn im Krieg wurde ja schließlich auch geheiratet.

Zurück zum Thema: Die Linke hatte beanstandet, dass von vornherein das Rathaus außen vor war. „Ich gebe zu bedenken, dass im Rathaus die Fachleute sitzen, die Internetversorgung in Ordnung und das gesamte Equipment vorhanden ist“, so Thomas Schlicke, der diesen Einwand nicht zum ersten Mal vorbrachte. „Mehrfach wird vom 2. Bauabschnitt im Zusammenhang mit dem Feuerwehrgerätehaus gesprochen. Mit Beschlussfassung zur Umsetzung der Stabsstelle legitimieren wir den 2. Bauabschnitt. Wie sind die Vorstellungen hierzu und welche Kosten entstehen?“, wollte Schlicke wissen. Bürgermeister Norman Klebe erklärte dazu, dass bereits im Jahr 2017 Haushaltsmittel in Höhe von 20 000 Euro für die Stabsstelle geplant wurden. 300 000 Euro sind aus der Baumaßnahme Neubau Feuerwehrgerätehaus Arendsee übrig, sodass insgesamt 320 000 Euro für das alte Gebäude der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Die Stabsstelle soll in einem Teil der alten Wohnung, die bislang vom Ortswehrleiter bewohnt war, eingerichtet werden.

Hauptamtsleiterin Anja Schrader erinnerte an einen Lehrgang des Bundesamtes für Katastrophenschutz, den sie gemeinsam mit Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze besucht hatte. Zum Standort der Stabsstelle sei immer wieder gesagt worden, dass diese außerhalb der Verwaltung liegen sollte, da das Tagesgeschäft der laufenden Verwaltung weiter funktionieren müsse – ohne Einschränkungen. Es wurde während der Stadtratssitzung empfohlen, dem Papier zu folgen und den Krisenstab außerhalb des Rathauses zu etablieren. Ihr Argument: Der Platz im Arendseer Verwaltungsamt reiche nicht aus. Wenn jemand heiraten will, wären Brautpaar und Katastrophenschützer gleichermaßen in ihrem Tun beeinträchtigt, denn Hochzeits- und Sitzungszimmer seien nur durch eine Ziehharmonika-Wand aus Holz getrennt.

Stadtrat Hartmut Baier fragte nach, ob die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 320.000 Euro auch ausreichen, um das Gerätehaus und die Stabsstelle auf Vordermann zu bringen. Anja Schrader bejahte die Frage.

Von Harry Güssefeld

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