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Kreativität in Häusern und Scheunen

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Drei gut gelaunte Frauen probieren an einem Stand für Kunstgewerbe bunte Hüte aus.
„Der steht dir“ – Immer gut besucht war der Stand mit handgefertigten Hüten von Silke Toepfer (Mitte). © Eckehard Schwarz

Mit 45 Ausstellungen in 34 Orten in der Altmark und im Wendland lockte das 10. Kunstfestival „Wagen und Winnen“ viele Besucher am Wochenende zu einer Rundfahrt mit dem Auto oder Fahrrad durch die Region. In Kaulitz, Kerkuhn, Schrampe und erstmals auch in Neulingen waren besonders in den Nachmittagsstunden die einzelnen Veranstaltungsorte und Künstlerhöfe sehr gut besucht. Dabei freute es die Besucher besonders, wenn die Künstler bei ihrer Arbeit zusehen und mit ihnen ins Gespräch kommen konnten.

Zwei Männer stehen neben einem aus Schrottteilen zusammengeschweißten Monsterkopf, aus dem Rauch aufsteigt.
Da raucht der Kopf: Der „Eugen“-Feuerkorb von Pawel Thanasis Lickas aus Salzwedel sorgte für Aufsehen. © Eckehard Schwarz

Arendsee – In Kerkuhn begrüßte gleich am Eingang zum Hof Nummer 30 Silke Toepfer aus Seelze die Besucher mit ihrer herrlichen selbstgemachten Hutkreationen, die nicht nur die Frauen begeisterten. Bereits zu einem Stammgast ist der Silberschmied Carlos Toledo Gommes in Kerkuhn geworden, dessen schöne Arbeiten auch bei der Herstellung bewundert werden konnten. Doch auch Lichtdesign, Bilder, Schmuck aus Naturmaterialien oder Textilarbeiten waren von den zahlreichen Ausstellern zu sehen. „Uns allen hier geht es weniger um das Verkaufen. Wir möchten mit den Menschen in Kontakt kommen, unsere Arbeiten vorstellen und uns vielleicht sogar neue Anregungen holen“, betonte auch Carsten Raabe, der in seiner Werkstatt in Kerkuhn Lichtkelche, Schalen und sehenswerte Gegenstände aus Holz zeigte. Jochen Schmidt aus Seeben war zum ersten Mal in Kerkuhn dabei und hatte eine fahrbare Schmiedewerkstadt aufgebaut. „Man braucht schon einen Tag für den Aufbau, doch so kann ich den Besuchern zeigen, wie im Schmiedefeuer Haken, eiserne Lampen, Zaunteile und vieles mehr entstehen“, berichtete der Schmied während er auf dem Amboss mit dem Hammer einen schönen Zierhaken formte.

Drei Jungs bewundern eine aus einem alten Kinderkarussell stammende Rakete.
Bitte einsteigen, gleich geht die Reise los: Josef (l.) und Theo probieren das Schrottkarussell von Terry aus. © Eckehard Schwarz

Wer vom Laufen von Stand zu Stand müde wurde, der konnte sich im Schatten der großen Bäume im Garten bei einer Tasse Kaffee und leckeren Kuchen oder herzhaften Fettgebäck mit Tomaten, Salat oder Käse belegt entspannen. Im hinteren Teil des Künstlerhofes hatten Terry und Ferdane ihr lustiges Schrottkarussell aufgebaut, das sie aus allerlei Stahlträgern, Tonnen und ähnlichen Sachen vom Schrottplatz zur großen Freude der Kinder zusammengebaut hatten. Etwas Besonderes für die jungen Besucher hatte auch Anke Späth. Sie war mit ihren Puppenwunschautomat angereist und stellte nach den Wünschen der Kinder in ihren „Automaten“ kleine Fingerpuppen her. Anders als in Kerkuhn wo alle Veranstaltungen im Hof 30 stattfanden, waren in Kaulitz in mehreren Höfen Kunstprojekte zu sehen. Sehenswert waren auch hier die zahlreichen unterschiedlichen Exponate. Im Hof 49 präsentierte – etwas versteckt auf der Terrasse hinter einer Scheune – Ananja Kriszun ihren mit viel Liebe zum Detail hergestellten Wollfilzskulpturen und Schmuckstücke.

Drei Erwachsene und zwei Kinder lassen sich von einer Künstlerin ihre Töpferware zeigen.
Gut besucht war auch die Turmausstellung in Schrampe mit Töpferarbeiten von Anna Zorra Bölke (3. v. l.). © Eckehard Schwarz

Auch Christiane Yinga war wieder mit ihren Textilcollagen und Ansteckern dabei. Besonderen Wert legt sie darauf, dass ihre verwendeten Stoffe aus alten, nicht mehr verwendetem Tuch sind, die durch sie ein „zweites Leben“ bekommen. Der Garten hinter dem Haus 13b von Petra Schrimpf mit seinen kunstvoll mit bunten Fliesenmosaiken belegten Gegenständen aus Beton und Holz war nun schon zum sechsten Mal ein echter Blickfang für die Kunstfreunde. Doch die gelernte Vermessungstechnikerin konnte die Besucher nicht nur mit ihren schönen Kunstgegenständen erfreuen, sie hatte eine Vielzahl von Kuchen und schönen Torten gebacken, die sie den Besuchern gern in ihrem Garten bei einer Tasse Kaffee anbot. Gemütlich war es in Schrampe am alten Trafo- Haus, wo man in fröhlicher Runde mit den Künstler „Frankreichts“ (Frank Platte) über seine Konzeptfotokunst, Ives Albert mit ihren Upcycling- Taschenkollektion sowie mit der Keramikerin Anna Zorra Bölke ins Gespräch kommen konnte.

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