„Wir müssen wieder öffnen!“

Stiller Protest am Hotel „Deutsches Haus“ in Arendsee.

Eingangsbereich des Hotels Deutsches Haus in Arendsee
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Stiller Protest am Hotel „Deutsches Haus“ in Arendsee. Die Unternehmer werden unruhig. 

 Angesichts der Fortführung der Eindämmungverordnung, die am Freitag von der Landesregierung erlassen werden soll, hat Arendsees Bürgermeister Norman Klebe an Haseloff und Co. appelliert, bei der Entscheidung auf die Inzidenzzahlen in den Regionen zu schauen und nicht das ganze Land weiter mit Restriktionen zu überziehen.

„Wir hier im Altmarkkreis haben aktuell eine geringe Inzidenz, und da muss sich auch etwas bewegen“, sagte Klebe gestern in einem Pressegespräch. Er sehe die Schwierigkeiten, mit denen die umgehen müssen, denen die Geschäfte geschlossen sind. „Wer kann noch erklären, dass in den Einkaufsmärkten sich die Menschen frei bewegen können, in einem normalen Geschäft aber nicht“, so Klebe. Warum müssen Haushaltswarengeschäfte geschlossen bleiben, aber die Großmärkte dürften Waschmaschinen und Kühlschränke verkaufen. „Ich sehe die Gefahr, dass viele Unternehmer das nicht mehr aushalten und auch nicht mehr aushalten wollen“, so der Ortschef. Pandemie sei das eine – aber Fortschritte in deren Bekämpfung, auch durch Selbstdisziplin der Bürger, sollten dazu führen, dass wieder eine Art Normalität einziehe.

Konkret benannte er auch die Hotels und Restaurants. Vor allem im Hinblick auf den beginnenden Sommer und die relativ geringen Inzidenzen will Klebe, dass das Gewerbe wieder Gäste empfangen kann. „Sie haben alle bewiesen, dass sie es können, mit Abstand, Hygienemaßnahmen, Masken. Das alles haben die Hotels und Gaststätten im vergangenen Jahr praktiziert“, erinnert Klebe.

Für ihn sei die Inzidenz von 35, die Bundeskanzlerin Merkel einst ins Gespräch brachte, nicht das Maß aller Dinge. „Wir können auch lockern, wenn wir weiter oben landen“, so Klebe. Man dürfe die Region der Altmark nicht mit den Großstädten vergleichen. Die Altmark sei weniger besiedelt, die Kontakte in der Öffentlichkeit dadurch auch weniger. „Wir spüren den Druck, der durch den Lockdown verursacht wird. Bleibt das alles so, ist das für viele Menschen, nicht nur Unternehmer, eine Katastrophe“, so Klebe. Es gehe auch um die Kontakte der Menschen untereinander. Kinder würden leiden, Menschen sich zurückziehen. Das mache teilweise krank. Und genau das sei kein Geheimnis, so Klebe.

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