Arendseer mit besonderer Verbindung nach Eilenburg

Stein erinnert an Hochwasser 2002

Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (l.) und Thomas Schlicke weihen den Hochwasser-Gedenkstein ein.
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Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (l.) und Thomas Schlicke weihen den Hochwasser-Gedenkstein ein.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Ein Gedenkstein im nordsächsischen Eilenburg erinnert seit Herbst dieses Jahres an das große Hochwasser 2002. Das Besondere: Er ist von Arendsee gestiftet worden und ergänzt nun das Ensemble aus Ginkgo-Baum und Kirschlorbeer auf einer Wiese vor der Eilenburger Polizeistation.

Arendsee / Eilenburg – Arendsees Fontane-Schulleiter Thomas Schlicke ist die Verbindung zwischen der Seestadt und Eilenburg. Er stammt aus Nordsachsen, hat aber trotz der Ferne zwischen der Altmark und dem nordöstlichen Leipziger Umland nie den Blick für die Heimat verloren – vor allem nicht, als die Gegend im Jahr 2002 von Hochwasser überflutet wurde. Davon hat er nun der AZ berichtet.

Idee für Gedenkstein bei Klassentreffen

„Als mich in diesem Jahr unser traditionelles Klassentreffen wieder in meine alte Heimatstadt führte, entstand die Idee, dem mittlerweile groß gewordenen Baum einen Gedenkstein zu widmen, sodass die Bedeutung dieser Anpflanzung deutlich wird.“

Wir setzen damit ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt, aber auch für die gegenseitige Hilfe und Unterstützung in schwierigen Zeiten.

Thomas Schlicke

Besagter Ginkgo-Baum ist ebenfalls eine Gabe aus Arendsee. Thomas Schlicke hatte ihn im September 2002 in einem geliehenen Lkw nach Eilenburg gebracht, zusammen mit Möbeln und einer Spende über 10 000 Euro. Viele Arendseer, darunter ein Landschaftsbauer, spendeten damals im Wissen, die Not in Eilenburg etwas zu lindern.

Im Zuge der großen Flut vor 19 Jahren war die Mulde auf mehr als acht Meter angestiegen. Der sich damals noch als Neu-Arendseer fühlende Schlicke musste an „Freunde und Familien und ihre großen Verluste durch die unvorhersehbaren Naturereignisse in meiner Geburtsstadt“ denken und wollte entsprechend schnell helfen. Nach fast zwei Jahrzehnten sei von den materiellen Schäden kaum noch etwas sichtbar, sagt Thomas Schlicke. „Emotional bleiben die Erinnerungen an die Flutkatastrophe aber wohl für immer in den Köpfen der Einwohner der gesamten Region.“

Geld und Sachspenden für Wiederaufbau

Das Geld sollte für den Wiederaufbau der Schwimmhalle verwendet werden, erinnert sich der Arendseer an ein Versprechen des damaligen Eilenburger Oberbürgermeisters Hubertus Wacker. Mit dessen Nachfolger Ralf Scheler weihte Thomas Schlicke den Gedenkstein Mitte Oktober vor dem Ginkgo-Baum ein.

Für den Schuldirektor sind Stein und Baum ein „Band der Erinnerung“, ein „Zeichen für die ewige Verbundenheit zwischen meinem Geburtsort Eilenburg und meinem jetzigen Wohn- und Heimatort Arendsee“ und „damit auch gleichzeitig ein Zeichen für gegenseitige Hilfe und Solidarität“. Heimat bleibe eben Heimat, fasst Thomas Schlicke zusammen.

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