Die Farbe ist fast ab

Arendseer Steinschlange wird mehr und mehr zur Altlast

Steine der Arendseer Steinschlange an der Bleiche
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Der mittlerweile typische Zustand der Steinschlange an der Bleiche: Viele der einstmals künstlerisch gestalteten Objekte sind durch Wind und Wetter längst verblichen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Noch immer bücken sich manche Menschen, die in Arendsee die Festwiese Bleiche passieren, nach unten zu den Steinen, die dort seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr eine Art Schlange bilden. Der Zauber der kreativ und bunt bemalten Brocken mit den Gruß- und Durchhaltebotschaften scheint dennoch größtenteils vorbei zu sein.

Arendsee – Lücken haben sich aufgetan, vielfach ist die Farbe abgeplatzt oder gänzlich verschwunden. So haben viele Steine mittlerweile wieder ihr natürliches Aussehen angenommen.

Dass sich die sogenannte Steinschlange womöglich zu einer Altlast entwickeln könnte, ist von der städtischen Politik bereits im vergangenen Jahr erkannt worden. Im Herbst hieß es, der Winter solle abgewartet werden. Nun gab es zuletzt die Auskunft, dass nach Ende der Saison gehandelt werden soll. Dann, so ein Zwischenvorschlag der Verwaltung, könnten die gut erhaltenen Steine von der Bleiche in den schattigen Bereich zwischen Sauna und „Queen“-Anleger verlegt werden. Die alten Steine würden hingegen aussortiert. Zudem hätten die Gestalter der Steine das Recht, ihre Werke wieder mitzunehmen.

Relativ schnell wurde im vergangenen Jahr klar, dass der Zugang zur Bleiche, beispielsweise für Mäharbeiten, gewährleistet sein muss. Eine erste Gasse entstand; erste Steine wurden Richtung Sauna verlegt. Manche Steine flogen auch auf den Rasen – schädlich für jedes Rasenmähermesser.

Von den vielen Vorschlägen, die noch 2020 diskutiert wurden, war in diesem Jahr wenig zu hören. So könnten einige Meter der Schlange ins Museum umziehen oder auf einen Sandhaufen vor dem Marktplatz. Es gab außerdem die Idee, die Steine einzubetonieren oder an den Seeweg bei Zießau zu transportieren.

Die Steinschlange war 2020 aus einer viel beachteten Aktion entstanden. Damals gab es sogar die Vision, dass sie einmal den See umrunden würde. Davon wagt heute niemand mehr zu träumen.

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