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Über das gesperrte Bauwerk im Arendseer Strandbad wird noch immer viel geredet

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Von: Jens Heymann

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Die Arendseer Seetribüne im Strandbad
Eine leere Seetribüne ist sicher nicht das, was sich die Arendseer einst mit dem Bau gedacht hatten. Doch während der eine noch wehmütig das Bauwerk in seiner jetzigen Form zu retten versucht, blickt der andere schon längst nach vorne. © Heymann

Der geplante Umbau der Seetribüne im Arendseer Strandbad führt auch nach der längst gefällten politischen Entscheidung zu Diskussionen.

Arendsee – Ob es den Leuten noch einmal besser vermittelt werden müsse, wurde beispielsweise in einer jüngeren Ausschussrunde in den Raum gestellt. Auch ein bisschen kritische Selbstreflexion war darunter. Warnungen und Reparaturanstöße des mittlerweile verstorbenen Luftkurort-GmbH-Chefs Michael Meyer aus dem Jahr 2019 wurden angeführt, ebenso Zweifel, ob nicht doch ein anderes Material ausgewählt hätte werden müssen. Da sei etwas falsch gelaufen, fasste Stadtrat Bernd Jagodzinski (Linke) die gesamte Gefühlslage im Bauausschuss zusammen.

Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) würde die Sache ungern einfach zu den Akten schieben. Er warb gegenüber der AZ für ein unabhängiges Gutachten über die Schäden – allein schon, um der Stadt gegebenenfalls Schadensersatzansprüche gegen den damaligen Planer und den Erbauer zu sichern.

Andere Arendseer blicken stattdessen lieber nach vorne. Ein zweites Denkmal für Tourismus nach dem „Seeadler“ brauche niemand, meinte Uwe Walter (CDU / SPD). Benötigt werde nun eine Plattform, die „wir nutzen können“, erklärte er. Das sei die Kardinalfrage.

Bürgermeister Norman Klebe zeigte sich ebenfalls von dieser Linie überzeugt. In den vergangenen zwölf Jahren sei die Seetribüne nur ganze fünf Male voll ausgelastet gewesen – zur Eröffnung, während der 825-Jahr-Feier und bei drei Drachenbootrennen. Dazu komme, dass der Arendseer Bademeister durch die Tribüne den Nichtschwimmerbereich nicht einsehen könne, so der Stadtchef.

Klebe präsentierte außerdem Fotos von den Schäden im Holz des Bauwerks. Diese seien eindeutig genug, zeigte sich der Bürgermeister von der Forderung nach einem Gutachten unbeeindruckt.

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