Angeklagter akzeptiert Haftstrafe für Verfolgungsjagd

Arendseer sagt sich von Reichsbürgern los

klü Arendsee / Stendal. Eine überraschende Wendung gab es Montag während der Gerichtsverhandlung in Stendal gegen einen Arendseer. Anfang 2016 hatte sich der damals 27-Jährige eine Verfolgungsjagd mit der Polizei quer durch die Region Arendsee geliefert.

Ein vorangegangenes Urteil des Amtsgerichtes Salzwedel hatte der Altmärker nicht akzeptiert und zog vor das Stendaler Landgericht.

Zuvor hatte der Kontakt zur sogenannten Reichsbürgerszene in der Region für Aufmerksamkeit gesorgt. Während der Verhandlung in Salzwedel hatte es immer wieder lautstarke Unterbrechungen gegeben. Daher war in Stendal ein zusätzlicher Wachtmeister im Saal eingesetzt. Allerdings distanzierte sich der Arendseer nun ausdrücklich von der Reichsbürgerbewegung.

Und auch die Urteile nahm der Angeklagte ohne Widerstand an. Eine Haftstrafe von zehn Monaten für zwölf vorherige Fahrten ohne Führerschein sitzt der Arendseer derzeit ab. Diese Haftstrafe wurde auf ein Jahr ohne Bewährung verlängert. Für die Verfolgungsjagd und Widerstand gegen die Polizeibeamten verhängten die Richter am Landgericht am Ende zudem eine Strafe von einem Jahr und drei Monaten mit einem Bewährungszeitraum von vier Jahren und strengen Gerichtsauflagen. Grund dafür, so erläuterte Gerichtssprecher Dr. Michael Steenbuck, sei die gute Sozialprognose nach der Haftentlassung. Denn so habe der Angeklagte einen Job in Aussicht, und er zeigte sich vor Gericht einsichtig, dass er nicht mit einem tschechischen Führerschein in Deutschland fahren dürfe. „Zudem ist der Angeklagte von der derzeitigen Haft deutlich beeindruckt. Auch das Lossagen von der Reichsbürgerszene sprach am Ende für den Arendseer“, führte Steenbuck aus.

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