Rasanter Corona-Anstieg bislang ohne Konsequenzen

Arendseer Rathaus soll keine Festung sein

Schriftzug am Arendseer Rathaus
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Das Rathaus ist das Herzstück der Einheitsgemeinde Arendsee. Die Stadtverwaltung wolle trotz der derzeitigen Corona-Hochphase an den üblichen Öffnungszeiten festhalten, hieß es auf AZ-Nachfrage.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Trotz geradezu explodierender Corona-Infektionszahlen soll das Arendseer Rathaus weiterhin öffentlich zugänglich bleiben. Das erklärte die Stadtverwaltung gegenüber der AZ.

Arendsee – Als Arendsees Stadtrat Thomas Schlicke (Linke) vor wenigen Wochen bei der Stadtverwaltung nachfragte, ob die denn ihre Öffnungszeiten im Rathaus wieder lockern würde, bekam er von Hauptamtsleiter Michael Niederhausen noch die verschmitzte Antwort, dass das doch schon längst geschehen sei. Aber wie das Schicksal manchmal so spielt, hat es nach Information der AZ nun tatsächlich ein Gespräch zwischen Niederhausen und Bürgermeister Norman Klebe gegeben, ob denn angesichts der explodierenden Corona-Infektionszahlen die Türen zur Machtzentrale der Einheitsgemeinde häufiger zubleiben.

Aktuell bleibe alles so, wie es ist, versicherte nun der Hauptamtsleiter auf Nachfrage der AZ. Heißt: dienstags und donnerstags geöffnet, an den übrigen Tagen mit Termin bzw. per Klingel. Wer klingelt, der werde nicht abgewiesen. Das hatte Stadtrat Schlicke ebenfalls seitens der Stadtverwaltung gesagt bekommen.

Die festungsähnlichen Zustände, wie sie während der ersten Lockdown-Phase im Frühjahr 2020 galten, sollen also nach aktuellem Stand nicht wiederkommen. Damals wurden die Türen nur nach Terminvereinbarung und für Einzelpersonen geöffnet. Der Schutz der Mitarbeiter stand im Vordergrund.

Ganz verschließen kann sich das Rathaus ohnehin nicht. Denn es nimmt eine Sonderstellung ein, etwa wenn es um Ausweisdokumente geht. Jeder habe einen Anspruch auf diese Leistungen, erklärt Michael Niederhausen in Hinblick auf 2- und 3-G-Regelungen, die bestimmte Personengruppen ausschließen. Im Rathaus werde mit Maskenpflicht, Desinfektion und Spuckschutz gearbeitet.

Während der vergangenen Lockdown-Zeiten präferierte die Verwaltung den Kontakt zu den Bürgern per Telefon oder E-Mail. In diesem Zusammenhang kommt schnell die Digitalisierung ins Spiel. Wer bestimmte Anliegen online vorbringen kann, muss vermutlich weniger häufig persönlich ins Rathaus. Michael Niederhausen erwähnt das Onlinezugangsgesetz, das die Verwaltung dazu zwingt, Dienstleistungen bis Ende 2022 auch elektronisch über Portale anzubieten.

Davon sei Arendsee noch zwei große Schritte entfernt, meint der Hauptamtsleiter. Immerhin sei die Ratsarbeit bereits digital. Bürgermeister Klebe hat in der Vergangenheit immer wieder betont, Papier einsparen zu wollen. Die Gäste aus der polnischen Partnergemeinde Wydminy dürften ebenfalls erzählt haben, was dabei so alles geht.

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