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Arendseer Politik will E-Mobilität voranbringen

Im Dezember 2020 wurde am Dessauer Worth in Arendsee die erste öffentliche Ladesäule für E-Autos eingeweiht.
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Im Dezember 2020 wurde am Dessauer Worth in Arendsee die erste öffentliche Ladesäule für E-Autos eingeweiht. Nun macht sich die Politik in der Gemeinde Gedanken für den weiteren Ausbau des Angebots.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Der Auf- bzw. Ausbau der E-Mobilität ist am Dienstagabend im Mechauer Vereinsheim das zentrale Thema des Arendseer Wirtschaftsausschusses gewesen. Mit Holger Meinen von den Stadtwerken Stendal sprach ein Fachmann, wie die E-Mobilität und insbesondere die dazugehörige Infrastruktur im Osten der Altmark aus kommunaler Sicht angegangen wird.

Mechau / Arendsee – Der Experte nannte zu Beginn einige Zahlen: Bis 2035 könnten in Stendal mehr als 50 Prozent aller Fahrzeuge elektrisch unterwegs sein. Und obwohl viel Aufmerksamkeit öffentlichen Ladesäulen gilt, erfolge das Aufladen des Fahrzeugs in 60 bis 80 Prozent zu Hause. Das bestätigte Bürgermeister Norman Klebe, der wohl prominenteste Arendseer mit einem eigenen E-Auto.

Holger Meinen brachte seinen Arbeitgeber schnell als Partner für die Seestadt ins Spiel. Denn die Stadtwerke sind sowohl Energieversorger als auch Infrastrukturanbieter. Eine Prioritätenliste für die Standorte von öffentlichen Ladesäulen müsste Arendsee zuarbeiten, außerdem die entsprechenden Grundstücke zur Verfügung stellen. Nach einem Jahr Betrieb könnte dann bilanziert werden. Die Kosten für die Kommune seien vergleichsweise gering, hieß es. Die Stadtwerke würden eigenverantwortlich bauen und sich durch den Stromverkauf refinanzieren.

Dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) ging es am Dienstag vorrangig um Informationen zur E-Mobilität. Im Nachgespräch mit der AZ mahnte er zur Besonnenheit und erinnerte an etwaige rechtliche Bestimmungen bei Verträgen, an die sich die Stadt halten müsste.

Im Ausschuss selbst wollte Reichardt von Meinen wissen, wo denn Ladesäulen am besten zu platzieren seien. Die müssten nicht immer in der ersten Reihe sein, so der Stadtwerke-Mann. Vielen E-Auto-Nutzern sei wichtig, dass es überhaupt Lademöglichkeiten gibt.

Kurklinik, Hotels und Gastgewerbe sowie das Strandbad wurden in Mechau als potenzielle Standorte von Ladesäulen – von welchem Anbieter auch immer – genannt. Bürgermeister Klebe fügte den großen Parkplatz am Strandbad hinzu wie auch größere Betriebe, etwa in Mechau selbst, in Kleinau und in Fleetmark. Für Fahrradmobilität käme grundsätzlich der Seeweg in Frage, dazu Geschäfte und Gastronomen, wurde weiter diskutiert.

Bei aller Vorfreude auf den möglichen Ausbau der E-Mobilität: Das Versorgen der Fahrzeuge zu Spitzenzeiten – also wenn viele zugleich auf das Stromnetz zugreifen – werde ein Thema sein, erinnerte Holger Meinen.

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