„Wir sind nicht ganz unbedeutend“

Uwe Walter vom Arendseer Klosterverein ärgert sich über Land und Kreis

Vereinschef Uwe Walter (l.), Museumsleiterin Rica Meise und Jugendfilmcamp-Initiator Norman Schenk besprechen eine kommende Ausstellung.
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Vereinschef Uwe Walter (l.), Museumsleiterin Rica Meise und Jugendfilmcamp-Initiator Norman Schenk besprechen eine kommende Ausstellung.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Außer Spesen noch nichts gewesen – der im Mai so positiv aufgenommene Besuch des damaligen Kulturstaatssekretärs Gunnar Schellenberger (CDU, mittlerweile Landtagspräsident) ist offenbar bislang ohne die erhofften finanziellen Folgen für den Arendseer Klosterverein geblieben.

Arendsee – Von „keinerlei Unterstützung“ sprach am Dienstag Vereinschef Uwe Walter. Weder das Land noch der Kreis hätten sich um den Arendseer Verein bemüht. Einzig vom Bund habe es Überbrückungshilfe gegeben, so Walter weiter.

Er wolle mit seinem Ärger darüber nicht mehr zurückhalten, formulierte es der Arendseer vor Ort in der Klosteranlage. „Wir sind nicht ganz unbedeutend, sondern gehören zur Straße der Romanik“, fühlte Walter den Verein überregional zu wenig beachtet. Er sagte es sogar noch schärfer: Es sei eine Herabwürdigung ehrenamtlicher Arbeit.

Verein: Monate ohne Ergebnis verstrichen

Seit Mai habe sich nichts getan, hieß es in Arendsee. Damals war es noch vor der Landtagswahl. Da seien alle gekommen, ärgert sich Walter über mögliche Wahlkampftouren ohne Mehrwert für den Verein. Schellenberger selbst hatte den Arendseern – soweit öffentlich – keine konkreten finanziellen Versprechen gemacht, sondern auf Corona-Richtlinien und andere Wege hingewiesen. Tipps habe es auch von der Kreisverwaltung gegeben, so die Aussage. Doch das alles scheint den Mitgliedern des Klostervereins in Arendsee nicht zu genügen, der Ärger musste nun öffentlich entweichen.

Mit der erhaltenen Hilfe vom Bund – ein „kleiner Betrag“, so Walter – muss es erst einmal weitergehen. Dazu kommt die jährliche Unterstützung der Stadt. Die hatte Bürgermeister Norman Klebe im Mai bestätigt.

Mit dem Geld komme der Klosterverein bis ins kommende Jahr. Dann allerdings müsse er üblicherweise für manche Dinge in Vorschuss gehen und brauche daher eine Anschubfinanzierung, erfuhr die AZ.

Schwacher Juni und Juli, besserer August

Ursprünglich war das Ende der Mittel für den jetzigen Zeitpunkt, durch die Vereinsführung auf Ende August prognostiziert worden. Durch die Corona-Pandemie und Lockdownphasen seien dem Verein viele Eintrittsgelder, Führungen und größere Veranstaltungen verloren gegangen. Juni und Juli sollen eher überschaubar gewesen sein; der August hingegen ganz gut.

Bis zum Jahresende steht nichtsdestotrotz noch einiges an. Am Sonntag, 19. September, soll um 15 Uhr eine Ausstellung des Jugendfilmcamps eröffnen. Dessen Chef, Norman Schenk, nahm am Dienstag mit dem Zollstock schon einmal Maß. Der Adventsmarkt am 5. Dezember soll den traditionellen Abschluss des Veranstaltungsjahres bilden. Museumsleiterin Rica Meise sprach außerdem von einem bereits gut vorgebuchten Jahr 2022 mit vielen Hochzeiten.

Der Verein „Kloster Arendsee“ hat rund 60 Mitglieder. Er betreibt unter anderem ein Heimatmuseum. Uwe Walter sieht ihn als kulturelles Zentrum von Arendsee.

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