Arbeit statt Freizeit am Harper Weg

Im Integrationsdorf Arendsee wird gebaut und renoviert – ansonsten herrscht Ruhe

Das Integrationsdorf Arendsee.
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Das Integrationsdorf Arendsee.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Bis ans Ende des Harper Weges muss derjenige fahren, der ins Integrationsdorf Arendsee (IDA) will. Dort, zwischen den vielen Bäumen, ist die Ruhe dann umso größer. Keine Verkehrsstraße stört den Frieden im Wald.

Arendsee – Auch der Bagger schweigt gerade – mit dem schweren Gerät wurde das sogenannte Renate-Haus weggerissen. Die frühere Hausmeisterwohnung und spätere Abstellkammer war ohnehin asbestdurchsetzt. Nun soll dort ein behindertengerechter Parkplatz entstehen samt Ladesäulen für E-Mobile. Das Alte weicht dem Neuen. Das einstige Pionierlager „Erich Weinert“ modernisiert sich um ein weiteres Stück.

Auf dem Gelände des IDA bewegen sich lediglich ein paar Angestellte und Handwerker. Gäste sind nicht zu sehen – sie dürfen aufgrund der Corona-Situation auch nicht anreisen. Das Interesse sei groß, erfährt die AZ, besonders um Pfingsten herum sei eigentlich alles ausgebucht. Nur weiß niemand, was im Mai sein wird. Die Menschen sind mit Prognosen vorsichtig geworden, im IDA wie auch im Rest der pandemiegeplagten Welt.

Kurz gab es Hoffnung, über ein Modellprojekt wieder Leben in die Anlage zu bekommen. Doch die dafür notwendigen Tests können nicht gewährleistet werden, heißt es.

Wenn im Tourismus nichts läuft – das IDA ist vor allem auf Menschen mit Beeinträchtigungen spezialisiert – bleibt Zeit für Umgestaltungsmaßnahmen. Der Abriss des alten Renate-Hauses ist dabei nicht die einzige Maßnahme auf dem Gelände. Die Unterkünfte werden renoviert. Die alten Teppiche in den Wohnungen fliegen raus, dafür gehen die Menschen künftig auf leichter zu pflegendem Hartfußboden. Komplettiert wird dies durch einen neuen Anstrich und ebenso neue, zudem allergievermeidende Möbel – wenn sie denn endlich ankommen. Auch das ist ein Nachteil des Corona-Zeitalters. Das Musterhaus des IDA ist deswegen noch leer.

Eine Sache, so heißt es, bleibt außerhalb der Reichweite des Integrationsdorfes: Wenn in der Einheitsgemeinde Arendsee demnächst viele Haushalte einen Glasfaseranschluss durch den Zweckverband Breitband Altmark erhalten, kommen die Bagger nicht an den Harper Weg. Ruhe und Abgeschiedenheit haben eben nicht nur Vorteile.

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