Verluste nicht mehr geduldet

Arendseer Fremdenverkehrsbetrieb wird möglicherweise aufgelöst

Das Strandbad in Arendsee
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Das Strandbad in Arendsee diene der Daseinsfürsorge, sei aber fast immer defizitär – außer bei schönem Wetter. So hieß es unter der Woche über die Anlage.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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In den internen Arendseer Tourismusstrukturen könnte es in der mittelbaren Zukunft zu größeren Veränderungen kommen. Denn wie es derzeit scheint, hat das vor Jahren installierte Konstrukt Fremdenverkehrsbetrieb / Luftkurort-Arendsee-GmbH in dieser Form keine Zukunft mehr.

Arendsee / Leppin – Darüber gab es unter der Woche eifrige Gespräche in der Politik. Zur Erinnerung: Zum Eigenbetrieb gehören Strandbad, „Queen Arendsee“ und Campingplatz. Die GmbH pachtet und betreibt die Stätten gewerblich, dazu die Touristinfo.

Auslöser der ganzen Aufregung ist die Kommunalaufsicht des Altmarkkreises. Diese hat nämlich den im Mai beschlossenen Wirtschaftsplan für den Eigenbetrieb abgelehnt. Rund 80 000 Euro Verlust im Jahr und das in etwa auch künftig – das gehe so nicht mehr, so die felsenfeste Meinung in der Kreisstadt. Der Eigenbetrieb habe stattdessen Möglichkeiten, seine Einnahmen zu erhöhen und weniger auf den Verlustausgleich durch die Stadt angewiesen zu sein, heißt es.

Für Arendsee ist das aber gar nicht so einfach. Denn auch die GmbH gehört zur Stadt. Höhere Pachtzahlungen, insbesondere für Campingplatz und Strandbad, dürften die Defizite erst einmal dorthin verlagern.

Und auch für den beanstandeten Wirtschaftsplan gibt es scheinbar keine Patentlösung. Ihn aufheben und dann einen neuen zusammenflicken – das würde an den roten Zahlen nichts Grundlegendes ändern, sagen Kritiker. Die Kommunalaufsicht kann aber auch nicht ignoriert werden. Das hätte wohl oder übel nur noch schärfere Post aus Salzwedel zur Folge.

Stadtrat und Verwaltung haben sich daher auf einen Mittelweg verständigt. In einer zeitnahen Expertenrunde soll ein zukunftsfähiges Konstrukt für den öffentlichen Tourismus in Arendsee gefunden werden. Vorschläge dafür gibt es bereits. Etwa eine GmbH & Co. KG. Die Objekte wären Teil der KG, die GmbH würde sie betreiben. Der Eigenbetrieb, so der Tenor, müsse aufgelöst werden.

Eine andere Möglichkeit wäre die Verpachtung an einen privaten Betreiber. Ein solcher würde keine Verluste erwirtschaften wollen, was natürlich Spekulationen über Preise und Service zulässt. Campingplatz und „Queen“ würden laufen, heißt es in Arendsee. Strandbad und Info wären Zuschussgeschäft.

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