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Arendseer Fontane-Schule bei 104,5 Prozent Unterrichtsversorgung

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Von: Jens Heymann

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Die Arendseer Ganztags-Gemeinschaftsschule „Theodor Fontane“
Die Arendseer Ganztags-Gemeinschaftsschule „Theodor Fontane“: Durch neue Lehrkräfte, darunter Rückkehrer und Quereinsteiger, konnte die Einrichtung laut Schulleiter Thomas Schlicke ihren Bedarf decken. © Heymann, Jens

„Den Schulen gehen die voll ausgebildeten Lehrkräfte aus“ – mit dieser Überschrift über einer Pressemitteilung hat die Links-Fraktion im Magdeburger Landtag vor wenigen Wochen Daten zur Schulsituation in Sachsen-Anhalt kommentiert.

Arendsee – Die Unterrichtsversorgung sei schlechter als noch vor zehn Jahren, und immer weniger Unterricht werde von voll ausgebildeten Pädagogen gegeben. Das Fazit: „Durch die schwindende Verfügbarkeit voll ausgebildeter Lehrkräfte wird in den Schulen der Fachkräftemangel der kommenden Jahre geradezu produziert. Das betrifft insbesondere die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen, aus denen der größte Teil der Bewerber für die duale Berufsausbildung kommt.“

In Arendsee sieht die Sache mittlerweile wieder anders aus. Sechs neue Lehrer und 104,5 Prozent Unterrichtsversorgung teilte „Theodor Fontane“-Schulleiter Thomas Schlicke der AZ mit. „Wir können uns da glücklich schätzen“, meinte er, fügte zugleich an: „Man muss sich aber auch kümmern.“

Drei Quereinsteiger, zwei Rückkehrer aus anderen Bundesländern und eine ganz frische Kraft zählt der Arendseer auf. Zwei Lehrer habe er in den Ruhestand verabschiedet. Das Thema sei überall präsent, erfuhr die AZ.

Zurück zu den Landesdaten: Dort wird schnell klar, dass die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen zu den Problemfeldern in Sachen Personal gehören. Aus dem Bildungsministerium wurde der Links-Fraktion umfangreich geantwortet. So erreichen von 147 Sekundar- bzw. Gemeinschaftsschulen im Land lediglich elf die angestrebte Unterrichtsversorgung von mehr als einhundert Prozent. Im Altmarkkreis liegt die durchschnittliche Versorgungsquote bei rund 85 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Gymnasien sind es mehr als 90 Prozent. 24 von 65 Einrichtungen im Land haben sogar mehr als einhundert Prozent.

Ein Problem kennen unterdessen wohl alle Bildungsstätten – das der Überalterung der Lehrkräfte. Ein Pädagoge an einer Sekundar- oder Gemeinschaftsschule ist im Mittel 50 Jahre alt. Die Lehrer im Alter zwischen 52 und 62 Jahren bilden den größten Block in Sachsen-Anhalt. Der Lehrermangel zeigt sich vor allem an der nachrückenden Altersgruppe zwischen 41 und 51 Jahren – Jahrgänge, die deutlich dünner ausfallen und ein Zeichen vergangener Einsparbildungspolitik sein dürften. Erst bei den jüngeren Lehrkräften erholt sich die Anzahl wieder etwas. Sekundarschulen haben darüber hinaus einen höheren Anteil an Quereinsteigern als andere Schulformen (außer Lernbehinderteneinrichtungen).

In der Landesliste von Schulen mit Defiziten bei der Unterrichtsversorgung findet sich die Grundschule Fleetmark. Sie hatte 2022 einen Grad von 84 Prozent.

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