Arendsee: Wärme kommt vom Ärztehaus

Bauausschuss favorisiert Heizungs-Doppellösung für Rathaus

Das Ärztehaus (r.) und das Rathaus von Arendsee.
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Das Ärztehaus (r.) und das Rathaus sollen gemeinsam beheizt werden.

Sicherlich gibt es in vielen kommunalen Gebäuden der Stadt alte Heizungsanlagen. Aber die Elektroheizung mit Nachtstrom im Rathaus in Arendsee scheint derart überlebt, dass am Dienstagabend im Bauausschuss neue Ideen geschmiedet wurden. Das heißt, favorisiert wurde eigentlich nur eine: ein Gemeinschaftsprojekt einer Pelletheizung mit der Arztpraxis im ehemaligen Pfarramt neben dem Rathaus.

Arendsee (von Harry Güssefeld) – Die Fachfrau, die das alles am Dienstag vorgestellt hat, war Architektin Doreen Dalgahn. Sie nahm zunächst das Gebäude des Rathauses ins Visier. Aus energetischer Sicht sei das Haupthaus noch in Ordnung, aber die beiden Anbauten kamen schlecht weg. Sie ließen zu viel Wärme in die Außenwelt – eine Tatsache, die aus heutiger Sicht nicht mehr akzeptabel sei. Und der Weg, das zu ändern, sei mit Fördermitteln gepflastert, erfuhren die Zuhörer und Stadträte im Sitzungszimmer.

Die Idee, eine Brennwerttherme auf Gasbasis zu installieren, wurde auch genannt. Aber nicht lange diskutiert, genau wie die Idee einer Infrarotheizung, die aus Kostengründen gleich wieder verworfen wurde. Die Weichen des Abends standen nach längerem Hin und Her auf eine Pelletheizung. Für die muss eine sechsstellige Summe aufgebracht werden – aber das bräuchte nicht die Stadt zu stemmen, sondern die in der Nähe befindliche Arztpraxis. Das Ehepaar Moesenthin wolle eine solche Heizung für ihr Anwesen, das alte Pfarrhaus, bauen, hieß es – und sich mit der Abnahme der Energie durch die Stadt einen Kunden binden, um die Kosten zu minimieren. „Der Vorteil für die Stadt ist groß. Der Investitionsaufwand ist gering, sogar die Leitung vom Ärztehaus ins Rathaus würde das Ärzteehepaar übernehmen. Wie immer, wenn es zwei Partner gibt, müsse das vertraglich sauber geregelt werden, erklärte die Fachfrau. Sie sehe sogar einen Vertrag über zehn Jahre hinaus.

Das Heizmedium würde von Moesenthins aus dem eigenen Wald gewonnen werden. Wäre also regional und immer verfügbar. „Eine regenerative Lösung“, hieß es. Dass zwischenzeitlich die Lösung mittels eines Blockheizkraftwerkes, auch eines kleinen, in die Diskussion geworfen wurde, ging schnell unter. Auch die Idee, das alte Heizhaus der Sekundarschule als Blockheizkraftwerk zu nutzen und damit die Schulen, die Kita „Seeperle“, das Rathaus und auch das evangelische Begegnungszentrum zu beheizen, scheiterte sofort am Einwurf des Bürgermeisters Norman Klebe. Er machte deutlich, dass das Heizhaus dem Kreis gehöre. Damit war auch diese Idee gestorben.

So bleibt die Lösung Rathaus / Ärztehaus aktuell. Zumal es schon im Vorfeld Gespräche zwischen den Beteiligten gegeben habe, hieß es. Für die Planung sind 25 000 Euro eingeplant, für die Umsetzung im Rathaus 175 000 Euro im kommenden Jahr. Damit wäre das Rathaus auf Jahre auf einem guten Weg – falls die Außenwände der Anbauten die energetisch notwendige Isolierung erhalten.

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