Bürgermeister zeigt sich mit der Haltung des Eigentümers nicht zufrieden

Arendsee wird sie nicht los: Wohnblöcke bleiben

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Einer von vier Wohnblöcken in Arendsees städtebaulichem Zentrum: Die Hoffnung, dass die einst heiß begehrten Wohnbunker verschwinden, hat sich zerschlagen. 

Arendsee. Die Seestadt wird auch in Zukunft mit den alten und leer stehenden Wohnblöcken im Bereich Dessauer Worth, Acker- und Schulstraße leben müssen.

Derzeit sieht Bürgermeister Norman Klebe keine Chancen auf einen Abriss und einen nachfolgenden Bau von Eigenheimen im geplanten Mühlenquartier. Der Eigentümer habe weder eine Zusage auf einen Abriss gegeben, noch die von der Stadt organisierten Fördermittel von 80 000 Euro für den Abriss abgefordert (wir berichteten). „Damit steht fest, dass wir erst einmal nicht handeln können“, so Norman Klebe. Eigentum sei Eigentum. Und Ordnungsgelder, die anfielen, würden ohne Probleme vom Eigentümer bezahlt.

Die Wohnblöcke fristen ein trauriges Dasein. Scheiben sind kaputt, Unkraut wächst, und diese Bauten stehen unmittelbar neben dem Bildungszentrum – Grundschule, Sekundarschule und Kindergarten.

Für Klebe ein unhaltbarer Zustand, aber der Stadt seien die Hände gebunden. Es gehe, so der Bürgermeister, wieder einmal ums Geld. Klebe hatte zwei Investoren an der Hand, die die Blöcke sanieren wollten. Doch die Geldforderungen seien zu hoch gewesen. Klebe gab den Verkehrswert der Blöcke und der dazugehörigen Grundstücke mit rund 120 000 Euro an. Doch das akzeptiere der Besitzer nicht. Wie die AZ erfuhr, würden pro Block 100 000 Euro verlangt.

Die große Hoffnung, die Blöcke verschwinden zu lassen und das Eigenheimgebiet zu gestalten, ist dahin. Ob die Stadt wirklich keine Mittel habe, die Sache in ihrem Sinne zu gestalten?, wollte die AZ wissen. „Es gibt einen Eigentümer, der nicht verkaufen will. Wir können es nicht, denn zum Kaufpreis werden noch die Abrisskosten kommen, und dann muss das Gelände auch vermarktet werden“, sagte Klebe.

Einen Zeitplan für eine Änderung gibt es also nicht. Die Wohnblöcke verfallen. Warum der Eigentümer, der in der Vergangenheit immer mal wieder mit der Stadt Kontakt hielt, sich aktuell überhaupt nicht meldet – für Klebe ist das mehr als unangenehm. Zumal es Interessenten gab – für zwei Wohnblöcke, um diese zu sanieren. Aber auch einige Bauwillige, die sich nach einem Abriss Eigenheime gebaut hätten – rund zehn Baugrundstücke hätten ausgewiesen werden können.

Wunschträume, die wegen der Haltung eines Eigentümers nicht Realität werden können.

Von Harry Güssefeld

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