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Weihnachtsgottesdienste sind oft eine Sache der Einwohner

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Von: Jens Heymann

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Die Kirche in Ritzleben
Die Kirche in Ritzleben: Dort ist zwar ein Krippenspiel geplant, aber ohne einen Pfarrer vor Ort. © Freier Mitarbeiter

Die Termine für die diesjährigen Aufführungen der Heiligabend-Weihnachtsgeschichten sind flott abgetippt und in einen Artikel gebracht. Aber Moment mal! Warum ist nicht hinter jedem Termin der Name eines Pfarrers zu finden?

Fleetmark – Sitzen die Kirchgänger in einigen Dörfern an Heiligabend etwa ohne geistlichen Beistand im Gotteshaus, dem wohl wichtigsten Termin des Jahres, an dem es traditionell auch viele eher glaubensscheue Menschen in die Kirchen zieht? Genau diesen Gedankengang gab es in der AZ-Redaktion. Eine Nachfrage an der richtigen Stelle liefert nun die passenden Antworten.

14 Gottesdienste am Heiligen Abend

Pfarrer Dietrich Eichenberg nahm sich die Zeit, die Sachlage für den Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze zu beschreiben. 14 Gottesdienste sollen an Heiligabend stattfinden; acht davon mit Dietrich bzw. seiner Frau, Pfarrerin Maria Eichenberg. „Nur dadurch, dass wir zwei Personen sind, ist eine solch hohe Anzahl an Pfarrer-Gottesdiensten möglich“, sagt Dietrich Eichenberg. Soll heißen: Als Einzelperson wäre in dem 22 Orte umfassenden Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze noch viel weniger möglich. So sind Ritzleben, Schernikau, Molitz und Kerkau, die den Heiligabend ohne Pfarrer in der Kirche feiern. Manche Orte wechseln in einem bestimmten Rhythmus; andere bleiben konstant dabei.

Doch wie läuft so eine Weihnachtsandacht ohne hauptamtlichen Geistlichen ab? Schon anders, gibt Dietrich Eichenberg zu, aber dennoch vorbereitet. Er schreibe auch für diese Gottesdienste eine Predigt, Fürbitten aus dem Gottesdienstbuch werden gebetet und die Weihnachtsgeschichte gelesen. „Das ist die Art, wie wir als Pfarramt die Menschen in den Orten unterstützen können“, so Eichenberg.

Ausbildung für ehrenamtliche Prediger

Gemacht wird tatsächlich aber noch mehr. Längst gibt es Schulungen für Inhalt und Form von Weihnachtsgottesdiensten. Dies sei auch im kommenden Jahr wieder vorgesehen, blickt Dietrich Eichenberg voraus. Er verweist zudem auf weiterführende Möglichkeiten, sich einzubringen. Die Landeskirche bildet nämlich sogenannte Prädikanten, sinngemäß ehrenamtliche Prediger, aus.

Die Menschen gehen den Heiligabend-Gottesdienst auf unterschiedliche Weise an, sagt Fleetmarks Pfarrer. Manche fahren dorthin, wo ein Geistlicher predigt, andere bleiben lieber in ihrem Ort und werden selbst aktiv, manche schalten auch einfach Fernseher oder Radio ein. Eines aber verbinde alle, fasst Dietrich Eichenberg zusammen: „Die Sehnsucht, die Botschaft von Weihnachten neu zu hören, ist jedes Jahr vorhanden.“

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