1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Arendsee

Verkehrsdaten der Alten Poststraße sind ausgewertet worden

Erstellt:

Von: Jens Heymann

Kommentare

Reifenspuren an der Seite der Alten Poststraße in Arendsee
Die Reifenspuren sind deutlich zu erkennen: Die Fahrbahn scheint für den Begegnungsverkehr großer Fahrzeuge nicht auszureichen. Darauf verweisen Anwohner seit Jahren. Ebenso lange dauert der Streit mit den Behörden an. © Heymann, Jens

Zwischen dem 20. Januar und 1. Februar dieses Jahres hat es eine Verkehrszählung auf der Alten Poststraße in Arendsee gegeben. Dies dürfte ein weiterer Schritt hin zu einer Lösung des langjährigen Streits mit den Anwohnern um den dortigen Busverkehr sein.

Arendsee – Die Zahlen, die nun im Rathaus der AZ präsentiert wurden, offenbaren gleich mehrere Erkenntnisse. So fahren ungefähr 30 Busse jeden Schultag auf der Fahrbahn. Dazu kommen täglich hunderte Pkw. Aufgrund der Stoßzeiten morgens und am Nachmittag rechnet die Verwaltung dieses Aufkommen dem Bringen und Abholen der „Seeperlen“-Kita-Kinder zu. Für das Wochenende sehen die Zahlen und Diagramme anders aus. Im gesamten Messzeitraum wurden etwa 9300 Fahrten gezählt.

Die Anwohner, allen voran Klaus Lühe, wollen den Schülerverkehr seit Jahren aus dem Wohngebiet verbannt wissen: Die Straße werde kaputt gefahren, die Bordsteine seien schief und das Pflaster schwimme, sind nur einige Argumente. Neben der Straße sind deutliche Reifenspuren zu sehen.

Mit 5,20 Metern sei die Fahrbahn für den Begegnungsverkehr mit Bussen einfach nicht ausgelegt, macht Klaus Lühe klar. Er pocht auf den Status einer Anliegerstraße, für dessen Ausbau er einst anteilig viel Geld bezahlt habe. Der mit Fördermitteln realisierte Wendehammer für die Busse weiter hätte vor Jahrzehnten nie gebaut werden dürfen, verdeutlicht er. In der Angelegenheit haben er und andere Postwegler das Landesverwaltungsamt eingeschaltet.

Dorthin und an die Kreisverwaltung sollen die Verkehrszahlen samt Kommentierung auch gehen, heißt es im Rathaus von Hauptamtsleiter Michael Niederhausen. Dann werde weitergesehen.

Ein Nebenaspekt des Streits um den Busverkehr auf der Alten Poststraße ist das dort gefahrene Tempo. Dass viele schneller als die erlaubten 30 km/h fahren, lässt sich aus der Verkehrszählung grundsätzlich herauslesen. Auch wenn Michael Niederhausen relativiert: Das Gerät messe ohne Toleranz; selbst kleinste Überschreitungen würden als solche gewertet.

Satte 70,8 Prozent aller Verkehrsteilnehmer waren im Messzeitraum rein formell zu schnell unterwegs. Der überwiegende Teil des Kraftverkehrs bewegte sich mit maximal knapp über 40 km/h über die Alte Poststraße. Es gab aber auch Ausreißer nach oben: Die Schnellsten schafften 92 (Pkw) bzw. 67 km/h (Lkw und Lastzüge).

Das Zählgerät registriert Hin- und Rückfahrten, sodass manche Zahlen halbiert werden müssen. Die Kategorisierung erfolgt anhand der Länge der Fahrzeuge. Daher müssen kleinere Abweichungen berücksichtigt werden.

Auch interessant

Kommentare