Arendsee steckt bei Seeparzellen fest

Kosten würden mit Messungen stark steigen

Die „Queen Arendsee“ fährt am Ufer des Sees entlang
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Die „Queen Arendsee“ fährt am Ufer des Sees entlang: Für die dortigen Grundstücke soll ein Bebauungsplan her, doch der kostet eine Menge Geld.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Eine einfache Nachfrage von Stadträtin Vilja Hanke (AfD) während des Bauausschusses am Dienstag in der Fleetmarker Grundschule brachte einen komplizierten Sachverhalt zutage.

Arendsee / Fleetmark – Es ging um die Seeparzellen am Ufer des Arendsees und das jahrelange Bemühen um einen Bebauungsplan, damit es dort eine rechtliche Grundlage für etwaige Bau- oder Änderungsmaßnahmen durch die Eigentümer gibt. Zur Erinnerung: Weil die Kreisverwaltung das Ufergebiet zwischen Kaskade und Bleiche als Außenbereich betrachtet, haben es Baugenehmigungen schwer bis unmöglich. Ein Bebauungsplan sollte daher Abhilfe schaffen.

Doppelt so teuer

Die Angelegenheit scheint sich in eine große Sackgasse manövriert zu haben. Das jedenfalls ließ die Stadtverwaltung um Bürgermeister Norman Klebe nun in Fleetmark durchblicken. Denn zum Bebauungsplan hat sich eine Messforderung hinzugesellt. Diese sei erst im Nachhinein dazugekommen. Beides zusammen kostet viel Geld. Von rund 80 000 Euro war die Rede. „Eine Summe, die wir eigentlich nicht wuppen können“, meinte Klebe.

Die vielen Dutzend Grundstückseigentümer dürften ihrerseits ebenfalls kaum darauf erpicht sein, so viel Geld in die Hand zu nehmen. Schon der Bebauungsplan mit seinen geschätzten 36 000 Euro Kosten hatte einen Teil der Betroffenen abgeschreckt.

Alternative gesucht

Und so hat die Suche nach einer preisgünstigen, zugleich aber rechtssicheren Alternative begonnen. Eine im Bauausschuss diskutierte Variante ist ein sogenannter Textbebauungsplan ohne Ver- bzw. Einmessen. Diesen Weg wolle die Stadtverwaltung beim Kreis ausloten. Bislang habe es jedoch noch keinen Termin gegeben, hieß es.

Als damit verbundenes Problem steht die Aufnahme des Bestandes auf jeder einzelnen Parzelle. Manche sind bebaut, andere wiederum nicht. Eine individuelle Betrachtung lässt sich wahrscheinlich nicht vermeiden.

Jeder für sich selbst?

Im Ausschuss wurde deswegen angeregt, ob nicht jeder Besitzer seinen Bestand selbst melden könnte – mit stichprobenhafter Überprüfung. Alles immer mit der Frage im Hinterkopf, wie die Sache gerichtsfest zu bewerkstelligen sei.

Dass die Stadt oder die Eigentümer die Vermessungskosten zusätzlich schultern, schloss Bürgermeister Klebe zumindest am Dienstagabend aus. „Woher soll ich die 40 000 Euro nehmen?“, fragte er rhetorisch in die Runde der Anwesenden.

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