„Wir vergraulen die Urlauber“

Arendsee: Stadtrat kritisiert Zeitpunkt und Dauer der Bauarbeiten an der Bahnhofstraße

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Die Bahnhofstraße in Arendsee – die wichtigste Verkehrsader von der B 190 in die Innenstadt. Ab 1. April wird dort gebaut. 

Arendsee – Nun ist es amtlich: Die Bauarbeiten am Abschnitt der Bahnhofstraße zwischen Einmündung Dessauer Worth und dem Bahnübergang beginnen am 1. April und werden voraussichtlich bis zum 15. Dezember dauern.

Das bedeutet: fast fünf Monate, aus denen auch ganz schnell sechs Monate werden können, betrachtet man ähnliche Bauarbeiten in den vergangenen Jahren. Der Stadt, aber insbesondere den Einwohnern und den Unternehmern in dem Bereich wird damit jede Menge zugemutet. Und nicht nur das: Die Einschränkungen sind enorm, auch wenn die Umleitungen innerhalb des Stadtgebietes noch nicht klar definiert sind. Doch die Kenner der Szenerie wissen, dass angrenzende Straßen wie Dessauer Worth oder Osterburger Straße in einem desaströsen Zustand sind, auf denen sich dann die Mehrzahl der Fahrzeuge bewegen müssen.

Für Stadtrat Matthias Goyer ist der beabsichtigte Bau in den Sommermonaten eine Tragödie. „Wir bauen wieder in den Monaten, in denen die Urlauber in unsere Stadt kommen“, so Goyer am Dienstagabend in der Blitz-Stadtratssitzung.

Der öffentliche Teil war nach zehn Minuten beendet. Doch in diesen zehn Minuten hatte der CDU-Stadtrat mächtig ausgeholt.

„Wir haben nur diesen Sommer, und zum wiederholten Mal verbringen die Urlauber genau diese für sie wichtige Zeit in einer Baustelle“, so der Stadtrat. Er verwies auf Baustellen in der Vergangenheit, die alle in den Ferien realisiert wurden. „Dass wir als Stadträte dem Treiben zustimmen, ist eine Katastrophe. Wir vergraulen die Urlauber, die der Stadt das Geld bringen“, sagte er aufgebracht.

Bauamtsleiterin Monika Günther erwiderte, dass sehr lange auf den Beginn der Arbeiten gewartet wurde. „Wir können nur im Sommer bauen. Und müssen kämpfen, dass wir in diesem Jahr fertig werden, weil die Fördermittelabrechnung zum Jahresende ansteht“, sagte sie. Und gab zu, dass die Angebote sich in Grenzen hielten, „weil viele Betriebe über fehlende Mitarbeiter klagen.“

Matthias Goyer ließ dennoch nicht locker. Seiner Ansicht nach müsste dieser Abschnitt, wenn im April begonnen wird, im Juli fertig sein. „Auf der Baustelle vor unserer Tür hatte ich damals das Gefühl, dass gar nicht gebaut wurde. Tagelang war niemand da, so kann man auch eine Dauerbaustelle daraus machen. Konzentriertes Arbeiten sieht anders aus“, sagte der CDU-Stadtrat.

Seine Kollegen am Tisch sagten nichts dazu. Unterdessen sorgen sich die Tankstelle und andere Unternehmen, wie sie erreichbar bleiben.

VON HARRY GÜSSEFELD

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