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Separationsmittel in Pflege und Ausbau ländlicher Wege stecken

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Von: Jens Heymann

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Der Gollensdorfer Postweg bei Arendsee.
Der Ausbau von ländlichen Wegen wird in Arendsee seit Monaten diskutiert. Auch der Gollensdorfer Postweg gehört zu den besprochenen Strecken. © Harry Güssefeld

Der Radwegebau in der Einheitsgemeinde Arendsee ist im vergangenen Jahr ein großes Thema in der örtlichen Politik gewesen. Stadtrat Jens Reichardt (Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste) sorgte nun dafür, dass dieser auch im neuen Jahr gleich wieder in die Köpfe kommt.

Arendsee – Reichardts Vorschlag, sogenanntes Separationsvermögen sowohl für die Unterhaltung von Wegen als auch als Eigenanteil für einen Ausbau zu nehmen, stieß neulich im städtischen Bauausschuss auf Zustimmung.

Reichardt hatte sich zunächst darüber gewundert, dass im Arendseer Haushalt augenscheinlich keine Mittel für die Pflege von ländlichen Wegen (die in der Regel aus Separationseigentum stammen) eingeplant seien. Etwa 170 000 Euro Guthaben stehen der Einheitsgemeinde auf Separationskonten zur Verfügung. 50 000 Euro könnten nun für den Erhalt von Separationswegen eingesetzt werden; weitere 50 000 Euro als Eigenanteil, um bei hoher Förderung einen Weg für Radfahrer auszubauen. Reichardt schlug vor, sich ein oder zwei passende Strecken anzuschauen. Über den ländlichen Wegebau dürfte es auch keine Probleme mit der vorgeschriebenen Verwendung von Separationsvermögen geben, meinte der Stadtrat. Stadtchef Klebe erklärte, sich genauer zu informieren.

Separationen sind Überbleibsel aus vergangenen Jahrhunderten, als bestimmte Flächen von Höfen gemeinschaftlich genutzt wurden. Häufig waren dies Wege, Gräben usw. Im Laufe vieler Jahrzehnte und in Folge einschneidender Umbrüche wie Kriege, Bodenreform und Kollektivierung war aber meistens nicht mehr nachvollziehbar, wer welche Rechte über die Grundstücke ausgeübt hat und wer noch Ansprüche darauf hatte. In Sachsen-Anhalt betraf dies zigtausende Flurstücke. Nur wenige Gemeinschaften haben sich neu gegründet.

Wurden die Separationsgemeinschaften bislang einzeln verwaltet, hat das Land veranlasst, deren Vermögen mit Jahresbeginn der übergeordneten Gemeinde zu übertragen; in diesem Fall also Arendsee. Die stattliche Summe von 170 000 Euro geht beispielsweise auf Pachteinnahmen zurück.

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