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Scharfe Worte aus dem Integrationsdorf in Richtung Stadttourismus

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Von: Jens Heymann

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Ein Kartenwegweiser mit See und Ostufer im Integrationsdorf Arendsee
Ein Wegweiser mit See und Ostufer: Das Integrationsdorf (oben rechts) ist nur fußläufig vom Arendseer Strandbad entfernt. Dennoch wurde nun Kritik laut, dass der See zu oft für die Gäste nicht zu erreichen sei. © Heymann, Jens (Repro)

Auf der Internetseite des Integrationsdorfes Arendsee (IDA) wird unter dem Menüpunkt „Freizeit in und um Arendsee“ nicht zufällig ganz oben mit einem Badefoto und glücklich dreinschauenden Kindern geworben. Der See sei alles, was die Leute wollen, verdeutlichte Verwaltungsleiterin Daianira Leja zu Wochenbeginn beim Wirtschaftsausschuss im Ziemendorfer Pferdeparadies.

Ziemendorf / Arendsee – Doch scheinen der See und aufgrund der geografischen Nähe damit das städtische Strandbad nicht immer mit den Ansprüchen des Integrationsdorfes Schritt halten zu können. Ihre Kritik fehlender Kooperation der Luftkurort-Arendsee-GmbH schob Leja nämlich gleich hinterher. Denn jeder koche wohl lieber sein eigenes Süppchen.

Seit zwei Jahren sehe sie nichts, was für die Gäste getan werde, so die IDA-Verwalterin. Und dafür würden jährlich rund 5000 Gäste bei etwa 20 000 Übernachtungen Kurtaxe bezahlen. Das Integrationsdorf sei von Ostern bis in den Herbst ausgebucht. 80 Prozent der Beschwerden ihrer Besucher würden sich auf das Strandbad beziehen. Etwa darauf, dass das Gelände übers Jahr nur vergleichsweise kurz geöffnet sei.

Dass insbesondere das Strandbad das Sorgenkind bei der GmbH ist, wissen alle Verantwortlichen. Das wurde während desselben Abends in Ziemendorf bei der Jahresauswertung auch explizit erwähnt. Die Wasserspielgeräte durften aufgrund von Corona-Vorgaben nicht in Betrieb gehen; die Saison startete erst Mitte Juni. Und manche Anlagen wie etwa die Seetribüne benötigen eine Modernisierung bzw. Umbau. Ganz zu schweigen vom niedrigen Wasserstand und zahlreichen Verboten bzw. neuen Verpflichtungen im Zuge der Pandemie. Kurzum: Die Situation am Oststrand des Arendsees ist komplex.

Dazu kommen ganz grundsätzliche Überlegungen, wie es mit dem Strandbad weitergehen soll. Die Zaundiskussion wurde in Ziemendorf aber nur kurz angerissen; diesbezüglich könnte es noch in diesem Monat im Rahmen des nächsten Eigenbetriebsausschusses weitere Besprechungen geben, blickte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe voraus.

Aus der Politik kommt indes immer wieder die Forderung, dass die einzelnen Akteure besser miteinander zusammenarbeiten. Stadtrat Uwe Walter (Fraktion CDU / SPD) sprach im Wirtschaftsausschuss von „vielen kleinen Inseln“ in der Stadt, die an einen Tisch kommen müssten. Im Sommer hatte es zudem Stimmen aus den Reihen der Stadträte gegeben, den Tourismus in Arendsee unabhängiger vom oft launischen und unberechenbaren Wetter zu machen.

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