Drängende Fragen in der Krisenzeit

Arendsee: Pacht, Kurtaxe und Schranken – mancher Dauercamper ist verunsichert

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Die Campingsaison hätte eigentlich am 1. April begonnen – gäbe es die Corona-Krise nicht. Doch stattdessen ist Ruhe auf dem Gelände. Lediglich Pächter aus Sachsen-Anhalt dürfen für Pflegearbeiten dorthin.

Arendsee – Normalerweise beginnt am 1. April die Saison auf dem Camping-Platz am Harper Weg in Arendsee. Doch dort herrscht derzeit aufgrund der Corona-Pandemie ungewohnte Ruhe.

Der Platz ist für touristische Zwecke geschlossen, nur Pflegearbeiten dürfen von Dauercampern aus Sachsen-Anhalt erledigt werden.

Diese ungewöhnliche Sachlage wirft im Detail aber viele offene Fragen auf. Das meint jedenfalls Parzellenpächterin Dagmar Stender aus Stendal, die auch stellvertretend für andere Dauercamper Antworten haben will und sich daher an die AZ wandte. Wie es etwa mit der bereits im Januar bezahlten Pacht aussehe und welchen Sinn der Gebührenbescheid über die Kurtaxe in diesem Jahr habe? Irritationen gebe es auch über die Schranke an der Zufahrt, die sei geschlossen gewesen.

Michael Meyer, Chef der verpachtenden Luftkurort Arendsee GmbH, versichert gegenüber der AZ, dass die Schranke aufgehe. „Der Transponder funktioniert“, sagt er und sucht das klärende Gespräch mit Pächterin Stender.

Keinen Ermessensspielraum sieht er bei der jährlichen Pacht. Zwischen 590 und 1550 Euro Pacht zahlen die Nutzer jährlich, je nach Größe der Parzelle. Einnahmen, auf die die GmbH angewiesen ist und mit denen Objektpflege und Reparaturen gewährleistet werden. Erst kürzlich sei eine defekte Wasserleitung instand gesetzt worden. Die GmbH müsse bereit sein, sobald die Beschränkungen wieder aufgehoben werden.

Michael Meyer stellt abschließend klar: Bezahlt werde die Pacht nicht für den Aufenthalt in Arendsee, sondern für das Abstellen des Wohnwagens bzw. das Vorhandensein eines Häuschens.

Anders sieht die Sache bei der Kurtaxe aus. Der Bescheid dafür sei turnusmäßig herausgegangen, heißt es aus dem Arendseer Rathaus. Die Dauercamper könnten dem jedoch widersprechen, erklärt Bürgermeister Norman Klebe. Die Stadtverwaltung stehe für Nachfragen zur Verfügung.

VON JENS HEYMANN

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