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Nächster Ortsrat, nächste Kritik an Informationsdefiziten aus Rathaus

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Von: Jens Heymann

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Ausschnitt des Arendseer Stadtadlers
Es ist nicht alles Gold, was im Stadtadler glänzt: Die Kommunikation zwischen den Dörfern und der Arendseer Verwaltung wird seit Jahren öffentlich bemängelt – von einigen Ortschaften stärker, von anderen weniger. © Heymann, Jens

Der eine oder andere kritische Leser sagt: Wenn eine Ortschaftsratssitzung stattfand, wisse er, was zwei Tage später in der Zeitung steht. Nämlich gerne all die Dinge, die von der Arendseer Verwaltung offenbar nicht bearbeitet worden sind und über die sich in den jeweiligen Ortschaften teilweise schon seit Jahren der Mund heißgeredet wird. Aber in jedem Klischee steckt auch immer ein bisschen Wahrheit – und das war dann doch in den vergangenen Monaten zu beobachten.

Arendsee – Dass Verwaltungschef Norman Klebe mit dem Besuch der Sanne-Kerkuhner Ratssitzung nicht nur schöne Dinge hören würde, dürfte ihm im Vorfeld klar gewesen sein. Ortsbürgermeister Jens Reichardt las ihm und seinen Ratsleuten eine Liste mit Ortsthemen vor, bei denen es keine Rückmeldung aus dem Rathaus gegeben haben soll. Andere Sachen seien zwar erledigt worden, aber es wäre doch schön, wenn es Informationen gäbe, meinte Reichardt in Richtung Klebe. Der zeigte sich überrascht und erklärte, das nach Arendsee mitnehmen zu wollen.

Ähnliche Töne hatte es im Sommer aus Schrampe gegeben. Im Protokoll steht dazu über Ortsbürgermeister Philipp Fölsch Folgendes: „Vom Bauamt sind Antworten zum letzten Protokoll eingegangen. Er kritisiert, dass vom Haupt- und Ordnungsamt keine Antworten eingehen und eine Abarbeitung der angesprochenen Probleme ebenfalls nicht erfolgt.“ – „Keine Antwort, keine Nachfragen, kein gar nichts“, hieß es damals während der Zusammenkunft. Es folgte eine Zusammenstellung der Probleme – von Verkehrsschildern bis Totholz auf dem Friedhof. Fölsch ging noch einen Schritt weiter: Er sei der Meinung, dass die Ortsbürgermeisterberatungen sinnlos seien, da die Anliegen des Ortschaftsrates nicht abgearbeitet würden.

„Unsere Protokolle sind so lang, weil vieles im Argen liegt“, hatte ebenfalls im Sommer Fleetmarks Ortschef Jörg Kratz gesagt. Manche Dinge seien schon Jahre alt.

Im Rathaus selbst dürfte die Unzufriedenheit aus den Dörfern bekannt sein. Dort wurde bereits früher gegenüber der AZ auf finanzielle Einschränkungen hingewiesen. Zudem stünde die Haushaltsplanung so mancher spontanen Idee im Wege. Eines aber scheint ausbaufähig zu sein: die Kommunikation.

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