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Jungstörche lernen Fliegen

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Von: Jens Heymann

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Die drei Fleetmarker Jungstörche im schwindenden Tageslicht.
Die drei Fleetmarker Jungstörche im schwindenden Tageslicht. Im Arendseer Gebiet gibt es rund ein Dutzend Horste. In manchen davon wurde Nachwuchs großgezogen. © Heymann, Jens

Völlig dehydriert und stark untergewichtig sei der Mechauer Jungstorch gewesen, der es vor Kurzem nach einem Flugversuch nicht wieder hoch zum Horst in der Dorfmitte geschafft hat.

Arendsee / Salzwedel – Mittlerweile befände sich das Tier auf einem guten Weg, sagt der zuständige Storchenbetreuer aus Salzwedel, Thomas Koberstein. Der Storch komme nicht wieder zurück nach Mechau, sondern gehe zwecks Auswilderung nach Loburg in die Vogelschutzwarte.

Für die ehrenamtlichen Storchenbetreuer ist der Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte / Ende August eine intensive Phase. Die Jungstörche lernen das Fliegen und bereiten sich auf ein eigenständiges Leben vor. Weil die Tiere zu diesem Zeitpunkt meist nicht mehr in die bislang übliche Akinese (Bewegungslosigkeit) verfallen, sondern einen Fluchttrieb entwickelt haben, halten sich auch die Experten von den Horsten fern.

Die Störche in Ruhe zu lassen, dazu rät Thomas Koberstein jedem Unbeteiligten. Denn es komme häufig vor, dass gestrandete Jungexemplare nach einer energiesammelnden Pause am Boden wieder ganz allein in ihr Nest zurückgelangen. Ist ein Tier hingegen offensichtlich verletzt, sei ein Anruf richtig.

Aufpassen sollten vor allem Autofahrer. Denn Störche kennen zwar die Umgebung und die Geräusche, nicht aber die Gefahren, weiß der Betreuer.

In der nördlichen Altmark gibt es die niedrigste Schlüpf-rate der Region, sagt Thomas Koberstein. Unterdurchschnittlich sei auch das Nahrungsangebot. Kaum Mäuse, eher Käfer. Der Energiemangel sorge dafür, dass die Tiere dieses Jahr länger brauchen.

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