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Befürworter sehen in der Immobilienplattform eine Chance – die Kritiker nicht

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Von: Jens Heymann

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Luftbild vom Arendsee und der gleichnamigen Stadt im Süden
In Arendsee und den Dörfern gibt es einer Zählung aus dem vergangenen Jahr zufolge etwa einhundert ungenutzte bzw. brachliegende oder leer stehende Objekte. Die Stadt ist nun einer Vermittlungsinitiative beigetreten. © Freier Mitarbeiter

Nicht unbedingt still und heimlich, aber doch bislang unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung ist die Einheitsgemeinde Arendsee der Initiative „Luxus der Leere“ beigetreten. In die Wege geleitet wurde das bereits Anfang Juli im nicht öffentlichen Teil der damaligen Bauausschusssitzung; nun im September gab es durch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe eine kurze und knappe öffentliche Mitteilung dazu.

Arendsee – „Luxus der Leere“ – dieser selbstironische Name umschreibt eine Initiative altmärkischer Kommunen, um leer stehende Immobilien wieder einer Nutzung zuzuführen. Die dort integrierte Immobilienplattform ist sozusagen eine Weiterführung des Brachflächenkatasters, also der Bestandsaufnahme aller ungenutzten Objekte in einer Gemeinde.

Bislang sind dort noch keine verkaufsfähigen Gebäude oder Grundstücke auf Arendseer Territorium eingestellt worden. Ob es das jemals wird, ist überdies Thema einer hitzigen Debatte in der Stadtpolitik gewesen. Knapp einhundert Objekte wurden in Arendsee und seinen Ortsteilen identifiziert; die allermeisten davon in privater Hand. Und das ist zugleich der Knackpunkt.

Er stelle die Plattform an sich nicht infrage, erklärte Stadtrat Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) gegenüber der AZ, jedoch den konkreten Nutzen für Arendsee. Denn letztendlich wisse niemand, ob die betroffenen Eigentümer von Brachflächen und leer stehenden Häusern diese Vermittlungsmöglichkeit überhaupt nutzen wollen. Auf diesen Umstand und die geringen Handlungsoptionen der Stadt war übrigens bereits während der Präsentation der Brachflächenthematik durch das Stendaler Innovations- und Gründerzentrums im Dezember 2021 hingewiesen worden. Und auch Bürgermeister Klebe räumte Mitte dieses Jahres ein, dass der Nutzen eher im privaten denn im städtischen Bereich liege.

Dennoch: Die Politik entschied sich für das Mitmachen Arendsees und lässt sich das geschätzt zwischen 3000 und 4000 Euro jährlich kosten. Solange in der Folge Brachflächen verschwinden, sei dieses Geld ein geringer Einsatz, meinte Stadtrat Uwe Walter (CDU / SPD). Bringt es am Ende nichts, gehe man wieder raus, ergänzte Klebe.

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