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Im Arendseer Jugendfilmcamp wird mittlerweile auch außerhalb der Sommerferien gedreht

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Von: Jens Heymann

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Ludwig Trepte (v.l.), Schauspieler und Gast im Jugendfilmcamp, hantiert mit Kursteilnehmer Jona Eisenblätter an einer Kamera. Rechts daneben stehen Campteilnehmerin Nellie Schubert und Leiter Norman Schenk.
Ludwig Trepte (v.l.), Schauspieler und Gast im Jugendfilmcamp, hantiert mit Kursteilnehmer Jona Eisenblätter an einer Kamera. Rechts daneben stehen Campteilnehmerin Nellie Schubert und Leiter Norman Schenk. © Heymann, Jens

Das Jugendfilmcamp in Arendsee entwickelt sich langsam in Richtung Ganzjährigkeit. Diese Einschätzung gab es am Donnerstagvormittag vor Ort.

Arendsee – Leiter Norman Schenk und sein Team beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Sommerferien, sondern haben nun auch die Frühjahrszeit für Regie, Kamera, Ton, Schnitt und Schauspiel entdeckt. Das Ostercamp, das noch bis Sonntag läuft, hat es dieses Jahr zum ersten Mal gegeben. 22 Zwölf- bis 15-Jährige machen dabei mit.

Die Mischung aus Neuem und Bekanntem macht das Gefüge auf der Anlage im Osten Arendsees aus. Viele der Kursteilnehmer haben das Camp bereits kennengelernt. Norman Schenk schätzt die Quote der Wiederholer auf mindestens 50 Prozent. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei abzusehen, dass der Sommer so gut wie ausgebucht sein werde. Die Kurse laufen jeweils eine Woche.

Bekannte Gesichter gibt es auch beim Pressetermin mit der AZ. Jona Eisenblätter und Nellie Schubert, beide aus Baden-Württemberg, waren bereits im vergangenen August in Arendsee und arbeiteten damals gemeinsam am Film „New World“. Spaß, Erfahrung sammeln und Leute kennen lernen – dies führt Nellie Schubert als Gründe an, das Jugendfilmcamp erneut zu besuchen.

Jona, der als professioneller Schauspieler arbeitet, will durch die Arbeit auch hinter der Kamera seine Sichtweise erweitern. Er schätzt das Vertrauen im Camp und könne daher ohne Scheu seine Vorstellungen einbringen. Seine schwerste Zeit seiner Karriere sieht der Jugendliche übrigens noch vor sich – wenn er bereits fast volljährig sein wird, aber noch unter Arbeitsschutzrichtlinien für Minderjährige fällt. Im Klartext: Für solche Rollen werden im Zweifel eher jugendlich aussehende Erwachsene engagiert.

Einer, der von „Tatort“ bis „Unsere Mütter, unsere Väter“ schon viel gespielt hat, ist ebenfalls nach Arendsee gekommen. Ludwig Trepte wolle das Jugendfilmcamp unterstützen, sagt Norman Schenk. Man kennt sich in der Branche, und das wirkt sich früher oder später auch auf das aus, was in Arendsee passiert.

Neue Formate, kürzere Laufzeiten – in der Film- und Fernsehwelt gibt es viele Dinge, die sich derzeit ändern. Dem wolle man sich im Jugendfilmcamp nicht verschließen, wenngleich das Grundprinzip des Produzierens dasselbe bleibe, wie es vor Ort heißt.

Perspektivisch soll sich das Gelände des Camps ändern, erfährt die AZ noch am Rande. Die dafür notwendige Bauleitplanung läuft bereits. Und die kleine Arendseer Filminsel könnte sich künftig für den normalen Tourismus öffnen, deutet Norman Schenk eine Idee an.

Manche Dinge ändern sich aber scheinbar nie: Jona Eisenblätter drängt darauf, weiterzuarbeiten. Auch Ludwig Trepte muss wieder los. Künstler haben eben immer viel zu tun und wenig Zeit.

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