Lange gefordert, nun in Arbeit

Arendsee hat in diesem Jahr die Weichen fürs Strandbadcamping gestellt

Auf dem großen Parkplatz an der Lindenstraße in Arendsee ist laut Hinweisschild kein Caravancamping erlaubt.
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Auf dem großen Parkplatz an der Lindenstraße in Arendsee ist laut Hinweisschild kein Caravancamping erlaubt. Das soll mittelfristig aber im Strandbad möglich sein. Planleistungen sind dafür vergeben worden.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Im Protokoll des jüngsten Eigenbetriebsausschusses ist es nur eine Randnotiz, die aber Schwung in eine langwierige Sache zu bringen scheint. Darin heißt es, dass Mitte April der Auftrag vergeben worden ist, den Bebauungsplan des Arendseer Strandbads zu ändern.

Arendsee – Was recht technisch klingt, bedeutet nichts anderes, als dass am See bis zu 20 Stellplätze für Wohnmobile oder Caravans (über die genaue Definition wird in der Arendseer Politik immer wieder gestritten) entstehen sollen. Eine Erweiterung des touristischen Angebots, die seit Jahren gefordert wird und nach Aussage von Bürgermeister Norman Klebe bislang am Finanziellen scheiterte.

Vor einem Jahr schritt Stadtrat Uwe Walter (CDU / SPD) zusammen mit der AZ das Gelände an der Kasse 2 des Strandbads ab. Zehn Stellplätze wollte die Fraktion realisiert wissen; nun geht auch der nachfolgende Corona-Sommer ohne Camper auf dem Gelände zu Ende. Dass seitens der Verwaltung zu viel Zeit vertrödelt wurde, ist ein Vorwurf, der mal hinter vorgehaltener Hand und manchmal auch ganz offen aus den Reihen der Stadtpolitik kommt.

Aus dem Rathaus kamen zuletzt rechtfertigende Töne. Nicht nur, weil Stadtchef Klebe auf vergangene Jahre ohne Haushalt hinwies, sondern auch, weil das Errichten von Stellplätzen nicht so einfach möglich sei.

Eingangs erwähnter Bebauungsplan legt genau fest, wo etwas im Strandbad stehen darf. Diese sogenannten Baufeldgrenzen beschränken sich passgenau auf wenige Gebäudegrundflächen, erläuterte Klebe jüngst vor dem versammelten Wirtschaftsausschuss. Und weiter: Erst wenn neue Baufelder durch eine Änderung des Planes ausgewiesen würden, könnten die Stellplätze entstehen. Die Anpassung soll nun erfolgen, wenngleich das Ganze wahrscheinlich noch Zeit in Anspruch nimmt.

Wo es keinen solchen Bebauungsplan gibt, ginge es schneller, wurde auch immer wieder gesagt. Das betrifft manchen privaten Anbieter oder auch den großen Parkplatz am Strandbad. Doch das sei nicht das, was Arendsee wolle, stellte Bürgermeister Klebe in einem anderen Ausschuss fest.

Darüber hinaus gäbe es bei einem Angebot auf dem Strandbadgelände sicher mehrere Details zu klären – beispielsweise zu Absperrungen zwischen Campern und Badgelände, zu Haftungsfragen beim unbeaufsichtigten Baden usw. Und vielleicht wecken solche privilegierten Stellplätze auch Begehrlichkeiten bei den anderen Übernachtungsgästen in der Nähe. Das Thema bleibt auf jeden Fall spannend.

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