Nur eine Straße für die Einheitsgemeinde gemeldet / Antrag unvollständig

Arendsee geht beim Straßenbau leer aus

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Beim Dessauer Worth ist weiter Geduld gefragt: Der Antrag der Stadt, vom Kreis Geld für den Ausbau zu bekommen, wurde abgelehnt.

Arendsee. Knapp neun Millionen Euro bekommt der Altmarkkreis nach jetzigem Stand bis 2019 für den kommunalen Straßenbau. Damit werden aber nicht nur Kreis-Fahrbahnen auf Vordermann gebracht. 25 Prozent der finanziellen Mitteln kommen den Kommunen zu Gute.

Sie können damit 80 Prozent ihrer Baukosten decken.

Arendsee nutzt diese Chance in diesem Jahr nicht. Auf der aktuellen Prioritätenliste taucht die Stadt als einzige Einheitsgemeinde bislang überhaupt nicht auf. Die Altmark-Zeitung fragte beim Kreis nach, warum dies so ist. Dieser erklärte, dass der Luftkurort mit dem Dessauer Worth nur eine einzige Straße angemeldet habe. Diese wurde abgelehnt. Ein Grund dafür: Die Antragsunterlagen, die von der Arendseer Verwaltung ausgefüllt werden mussten, sind unvollständig. Zudem sei die Maßnahme nicht förderfähig, weil dort zum Teil nur eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h erlaubt ist.

Doch außer dem Dessauer Worth gibt es noch weitere kommunale Straßen, die einen Ausbau nötig hätten. Die Ortschaftsräte waren aufgefordert, eine Prioritätenliste zu erstellen. Die Stadt hat diese Details aber bislang nicht genutzt, um Föderanträge zu stellen. Bei der finanziellen Lage der Kommune, die seit 2015 unter vorläufiger Haushaltsführung arbeitet, scheinen ohne Zuschüsse keine Sanierungen möglich. Erschwerend hinzu kommt, dass bereits vor einigen Jahren ausgebaute Straßen so langsam wieder reparaturbedürftig werden. Dazu gehört die Friedensstraße. Von immer mehr Steinen platzt zwischen Abzweig Bahnhofstraße und Marktplatz die oberste Schicht ab. Selbst für kleinere Arbeiten hat Arendsee kein Geld. Ein Beispiel dafür ist der Haupteingang am größten kommunalen Friedhof. Der unbefestigte Bereich der direkten Parkmöglichkeiten wurde so ausgefahren, dass eine Menge Vorsicht von Nöten ist, um mit dem Wagen nicht aufzusetzen.

Für das nächste Jahr bekommt die Einheitsgemeinde Arendsee eine weitere Chance. Im dritten Quartal 2016 können neue Anträge für Bauprojekte im Straßenbereich gestellt werden.

Von Christian Ziems

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