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Arendsee: Ferienzeit und hohe Temperaturen begünstigen Sanierungen

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Von: Jens Heymann

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Die Bundesstraße 190 am Ortsausgang Kläden zur Zeit von Bauarbeiten
Die Bundesstraße 190 am Ortsausgang Kläden: Die Sanierung dieses Abschnitts hat große Umleitungen zur Folge. Die Arbeiten nähern sich nun dem Ende. © Freier Mitarbeiter

Die wesentlichen Arbeiten an der Bundesstraße 190 zwischen Binde und Kläden sollen planmäßig in dieser Woche zu Ende gehen. Dann wird es mit der Ruhe im Langen Jammer, dem Klädener Ortsteil entlang der Fernverkehrsstraße, möglicherweise wieder vorbei sein.

Arendsee – Ganz abgeschlossen sind die Baumaßnahmen dann aber noch nicht, heißt es aus dem zuständigen Magdeburger Ministerium. Die Bankette werden demnach bei fließendem Verkehr hergerichtet. Und ab Montag, 5. September, gilt ohnehin wieder Vollsperrung – dann im Abschnitt Ritzleben bis Binde.

Die Deckensanierung der B 190 soll in der Theorie etwa zehn bis 15 Jahre halten. Wie lange die Fahrbahn tatsächlich durchhält, hängt laut Expertenauskunft insbesondere vom Schwerlastverkehr ab. Auch die klimatischen Bedingungen spielen eine große Rolle. Der Pressereferent des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales führt hierbei Frost-Tausalz-Wechsel und lang anhaltende Hitzeperioden auf.

Die Sanierung der B 190 ist eine Maßnahme, aber in den vergangenen Tagen und Wochen sind mehrere solcher Vorhaben angekündigt worden. Allein im Arendseer Raum betraf oder betrifft dies die Bereiche Ziemendorf und Ladekath / Lüge. Es scheint, als ob in manchen Zeiten kein Weg mehr ununterbrochen gefahren werden kann.

Für die Verantwortlichen gibt es da mehrere entscheidende Faktoren: Temperaturen im deutlichen Plusbereich für die Arbeit mit Asphalt, Beton und Abdichtungen; Ferienzeit mit weniger Berufs- und keinem Schulbusverkehr; die allgegenwärtige Bürokratie, die dafür sorgt, dass nach Mittelfreigabe und Ausschreibungen meistens der Sommer erreicht worden ist. Mit den frischen Temperaturen des Herbstes kühlt sich folglich auch die Bautätigkeit ab.

Nun könnte mancher Leser fragen, warum gleich die ganze Straße dichtgemacht werden muss – würde es klassischer Ampelverkehr bei halbseitiger Sperrung nicht auch tun? Darauf hat das Magdeburger Ministerium ebenfalls eine klare Antwort und verweist auf „deutlich verschärfte Vorschriften für die Sicherheit der Straßenbauer“. Vergrößert wurde beispielsweise der notwendige Abstand zwischen Mensch und Verkehr. Das Bauen unter halbseitiger Sperrung sei nur noch in seltenen Fällen möglich.

Auf Baustellen sollten sich Autofahrer auch in Zukunft einstellen. Jeder zehnte Landesstraßenkilometer hat laut Datenerhebung aus dem Jahr 2017 einen solch schlechten Zustand, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Etwa 40 Prozent der Landesstraßen seien in absehbarer Zeit sanierungsbedürftig, so die Aussage. Immerhin: Da die Daten bereits fünf Jahre alt sind, dürfte ein Teil davon bereits abgearbeitet worden sein. Beim Land wird davon ausgegangen, dass der durchaus vorhandene Sanierungsstau langsam abgebaut wird. Dazu sollen seit 2018 deutlich höhere Haushaltsmittel beitragen. Für dieses Jahr handelt sich laut Ministerium um 84,5 Millionen Euro.

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