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Arendsee erlebt einen Ansturm auf Flächen für Photovoltaik-Projekte

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Von: Detlef Güssefeld

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Der Solarpark an der Alten Poststraße in Arendsee
Der Solarpark an der Alten Poststraße in Arendsee existiert bereits. In der Stadtverwaltung stapeln sich derweil die Projekte und Anfragen weiterer Investoren. Das betrifft Flächen von rund 220 Hektar. © Freier Mitarbeiter

Am Rande der Kaulitzer Ortschaftsratssitzung Ende Februar kam Arendsees Bürgermeister Norman Klebe auf die AZ zu und fragte, ob es denn in Salzwedel auch so viele Anfragen von Solarpark-Investoren gebe. Die Einheitsgemeinde Arendsee werde jedenfalls seit einiger Zeit mit Anfragen regelrecht „bombardiert“, erklärte der Stadtchef auch ganz offen während des Ratstreffens. Dort ging es – wie sollte es anders sein – um ein 30-Hektar-Projekt zwischen Kaulitz und Schrampe. Ausgang: offen.

Arendsee – Die AZ fragte zu Beginn dieser Woche und unter den Eindrücken weiterer Projekte bei Leppin und Harpe in der Verwaltung nach. Demnach sind bzw. werden rund 124 Hektar mit Solaranlagen überbaut. Darunter fallen bereits umgesetzte Vorhaben und die sich in Planung befindlichen.

Umgesetzt sind: Arendsee, Alte Poststraße mit 5,13 Hektar; Lohne, Kiesgrube mit 13,4 Hektar. Geplant sind: Schernikau mit 14,4 Hektar, Neulingen mit 80 Hektar, Arendsee, Osterburger Straße mit 3,3 Hektar und Rademin mit 7,5 Hektar. Ortschaften wie Lüge (Fleetmark) und Höwisch haben konkrete Pläne abgelehnt. Sanne-Kerkuhn hat sich grundsätzlich gegen Solarparks auf Ackerflächen ausgesprochen.

„Wir haben so viele Anfragen, dass wir damit geflutet werden“, bestätigt Heike Meyer vom Bauamt Arendsee den Eindruck ihres Chefs. Anfragen für Flächen von insgesamt 220 Hektar gebe es demnach noch.

Irgendwann wird der Stadtrat gefragt sein zu erklären, wie viel Fläche mit Solaranlagen überbaut werden kann. Denn wenn sich das Land weiterhin nicht dazu äußert, sind die Kommunen gefragt.

Fehlende Unterstützung seitens Magdeburg hatte Norman Klebe auch in Kaulitz erwähnt. In Arendsee wurden in den zurückliegenden Monaten deswegen bei Beratungen über das Thema auch Leitfäden aus anderen Bundesländern, etwa Brandenburg, herangezogen. Bemühungen, eigene Richtlinien zu entwerfen, gab es im Sommer 2021.

Die Entscheidung für einen Solarpark ist eine langfristige. Denn ein solcher steht mehrere Jahrzehnte und kann weiter verlängert werden. Es kommt nun häufiger vor, dass Ortschaftsräte darüber nicht mehr alleine befinden wollen, sondern die Einwohner ihrer Ortschaft mit zu Rate ziehen.

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