Doch: Wegfall der Bergbaurechte sorgt für wenig Aufsehen

Arendsee: „Eine große Chance wird vertan“

+
Das Heizhaus: Die Idee ist, damit ein Quartier zu beheizen. Mit Biomasse, mit Thermalenergie gekoppelt. Doch es könnte auch ein Bootshaus werden.

Arendsee – Es war nur eine Randnotiz während der Wirtschaftsausschusssitzung. Die Stadt Arendsee besitzt aktuell nicht mehr die Bergbaurechte im Zusammenhang mit der anstehenden Thermalsole.

Sie waren der Stadt übertragen worden, die hatte sie der Luftkurort-GmbH übergeben, die sie im Auftrag der Stadt innehaben sollte.

„Weil, so wissen es nur wenige, das Thema Energie auch im Gesellschaftervertrag der GmbH niedergeschrieben steht“, so der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Arendseer Stadtrates, Jens Reichardt. Allen sei klar gewesen, dass innerhalb dieser fünf Jahre, für die die Bergbaurechte vergeben wurden, nachgewiesen werden musste, dass weiter Interesse besteht und die Umsetzung das Ziel ist. Es wäre aber notwendig gewesen, engen Kontakt zum Bergamt zu halten. „Das Thema Geothermie wurde in alle Klima- und Energiekonzepte auf Kreis- und Gemeindeebene eingearbeitet, sodass alle davon ausgehen mussten, dass der Bürgermeister dranbleibt“, erklärte Reichardt.

Das aber sei offensichtlich nicht der Fall gewesen. Er könne nicht nachvollziehen, dass es heißt, das Thema könne nicht weiterfolgt werden, weil kein Investor da sei. „Das ist der falsche Weg“, so der Stadtrat. Es gehe darum, einen Investor zu überzeugen. Das sei mit dem vom Wirtschaftsausschuss vorbereiteten Konzeptes des Heizens mit Biomasse möglich, so Reichardt.

Das alte Heizhaus der Schule sollte Mittelpunkt des Heizens in dem Quartier Stadtmitte werden. Daran könnten die Schulen, das Rathaus, der Kindergarten oder auch das Gerätehaus angeschlossen werden. „Und viele Anlieger auch“, hieß es. Das wäre wichtig: Denn wenn sich diese Art der Heizung bei den Arendseern durchgesetzt hätte, dann wäre die Zeit eines Investors gekommen, der die Bioanlage mit der Thermalenergie koppelt. „Wir müssen dem Investor die Türen öffnen, sonst investiert hier niemand Millionen“, so Reichardt.

Aber die Stadt müsse auch Entscheidungen treffen. So müsse, sollten die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, der Anschluss- und Benutzerzwang erklärt werden. „Wenn wir neue Wege gehen, dann müssen die Menschen auch zu ihrem Glück gezwungen werden“, so Reichardt. Er verstehe deshalb nicht, dass ein derartiges Konzept dadurch torpediert werde, indem sein Stadtratskollege Thomas Schlicke als Schulleiter erklärt, er wolle „in dem alten Heizhaus Boote des SVA-Nachwuchses im Winter unterstellen“.

„Wenn die Wichtigkeit nicht erkannt wird, dann muss das geklärt werden“, so Reichardt. Es zeige ihm, dass in Sachen Thermalenergie mangelndes Interesse bestehe. Anders könne er das nicht verstehen. Man ruhe sich zu sehr auf den Worten „Es kommt kein Investor“ aus. „Der Investor kommt nicht und beginnt zu fragen, ob er das Heizhaus nutzen kann“, erklärte der Ausschussvorsitzende. Man müsse „ihm den Boden bereiten“ und ihn davon überzeugen, dass es sich lohne, nach Arendsee zu kommen. Die Thermalsole liegt in der Erde. „Vielleicht wäre es gut, sie endlich zu wecken. Oder sie für immer ruhen zu lassen“, so Jens Reichardt.

VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare