An zahlreichen Holzteilen des Bauwerks sollen Schäden erkannt worden sein

Arendsee: Wie defekt ist die Seetribüne?

Schon 2019 wurden wichtige Teile ausgewechselt.
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Schon 2019 wurden wichtige Teile ausgewechselt.

Arendsee – Es sind nur Gerüchte: Aber in Arendsee kursieren trotzdem bereits ganz genaue Aussagen über den Zustand der Seetribüne. Sie soll in einem schlechten Zustand sein.

Dabei geht es nicht allein um die Laufbretter, sondern auch um das Innere der Tribüne, die auf Stahldalben steht.

Die Brücke wurde 2008 eingeweiht, sollte damals 500 Menschen Platz bieten. Das tut sie theoretisch auch heute noch, aber derzeit darf sie nicht betreten werden. Das sei aber Corona geschuldet, heißt es offiziell aus der GmbH, die das Strandbad bewirtschaftet und sich auch immer wieder um die Reparatur kleinerer Stellen bemüht hatte. Verkehrssicherungspflicht, hieß es damals schon. Und Bilder von faulenden Stellen machen weiter die Runde.

Die AZ erfuhr, dass Stadt und GmbH sehr wohl über den Zustand der Seetribüne informiert sind. Es gab Zusammenkünfte von Verantwortlichen vor Ort. Das Bauwerk wurde einst als 800 000-Euro-Prestigeobjekt errichtet. Es sollen, so erfuhr die AZ, auch Kollegen der bauausführenden Firma gewesen sein, die jüngst das Holzbauwerk in Augenschein genommen haben.

Fragt die AZ bei Verantwortlichen in Arendsee nach, gibt es diesbezüglich keine Antworten. Von normalem Reparaturaufkommen ist die Rede. Die AZ war vor Jahresfrist selbst dabei, als Mitarbeiter der GmbH neue Bretter schraubten. Die Brisanz, die mit dem Zustand der Brücke verbunden ist, wird damit nicht deutlich. Wohl aber, dass in sozialen Medien diese weitergehenden Aussagen kursieren. Dass sogar Mitarbeiter in der GmbH Sorge haben, sollte die Tribüne einmal voll belastet werden.

Der, der es vielleicht wissen muss, ist Schwimmmeister Danny Weber. Er winkt ab, sagt nichts. Dass er im kommenden Jahr wieder im Rettungsdienst arbeitet und nicht mehr als Schwimmmeister am Strand, erfährt die AZ auch nicht von ihm. Dennoch: Sollten die Fakten auch nur annähernd stimmen, dürfte Handlungsbedarf bestehen. Die Seetribüne so zu sanieren, dass sie sich wieder im Normalzustand befindet, dürfte enorme Mittel verschlingen. Die sind nicht da – zeigen das doch andere Diskussionen zu notwendigen Arbeiten im Strandbad, um das Angebot für die Urlauber annähernd auf üblichem Niveau zu halten. Woher das Geld für eine Sanierung der Tribüne kommen soll, das ist fraglich. VON HARRY GÜSSEFELD

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