Ein See, viele verschiedene Regeln

Arendsee: Besucher und Einheimische können schnell durcheinander kommen

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Töbelmannstraße: Zwei Wege zum Ufer liegen nah beieinander und sind verschieden ausgeschildert.

Arendsee – Mopeds auf dem Seeweg, ein Pkw mit Münchener Kennzeichen, dessen Fahrer auf der Wiese vor dem Anglerheim am Ufer dreht und den Weg zurück zur befestigten Straße sucht, sowie Pferde, die auf dem Rundkurs nicht gern gesehen sind, da die Hufeisen Schäden verursachen können.

Die Frage, wer, in welchem Umfang den Bereich direkt an der „Blauen Perle“ benutzen darf, sorgt seit Jahren für Diskussionen sowie Probleme (AZ berichtete). So fühlen sich Fußgänger und Radfahrer in Gefahr, wenn plötzlich ein motorisiertes Gefährt zwischen den Bäumen auftaucht. .

Auffällig: Es gibt viele Wege zum Ufer, aber offensichtlich keine einheitliche Beschilderung. Besonders für Ortsfremde scheint es schwer, eine klare Linie zu erkennen. Dafür zuständig ist die Einheitsgemeinde, es handelt sich um kommunale Bereiche.

Ein Verbotsschild verweist darauf, dass am Kloster grundsätzlich nicht zum See heruntergefahren werden darf. Der Poller wird immer wieder abgebaut und liegt im Gras.

Ein Beispiel: die Töbelmannstraße. Auf dem Gehweg dürfen Radfahrer und Passanten gemeinsam unterwegs sein. Der Weg an der alten Kinderkrippe zum See führt ist aber bislang nur für Spaziergänger ausgeschildert. Die dort postierte Tafel wächst zu, die Oberfläche bröckelt ab. Ein Poller, der Fahrzeuge abhalten könnte, fehlt.

Wenige Meter weiter, am Müller-Arend-Weg gibt es eine solche Konstruktion. Doch diese steht abgebaut zeitweise tagelang nutzlos an einem Elektrokasten. Dort dürfen übrigens wieder Passanten und Radfahrer gemeinsam unterwegs sein. Die beiden Wege, die unterschiedlich beschildert sind, unterscheiden sich mit Blick auf Ausbauzustand und Breite aber nicht. Ein Hinweis auf das Verbot von Pferden fehlt an diesen Seepunkten übrigens komplett.

Anders ein paar Kilometer weiter in Zießau. Dort erfahren Reiter bereits an der Hauptstraße, dass sie mit ihren Tieren dort nicht zum Wasser reiten sollen. Zur Pferdeschwämme gibt es für sie eine extra ausgewiesene Trasse. Für Kraftfahrer ebenfalls schnell zu erkennen sind Verbotsschilder. Solch eines steht auch am Schramper Eck, direkt vor der Zufahrt zum Regattaverein. Ein weiteres Exemplar lässt sich an der kleinen Straße von Amtsfreiheit runter zur Kaskade finden. Dort wurde einst mit Steuergeldern ein Poller errichtet, der zumindest größere Fahrzeuge stoppen soll. Doch auch diese Konstruktion liegt immer wieder für längere Zeit im nahen Gras statt in der Halterung zu stehen. Fahrzeugnutzer, die sich nicht an Verbote halten, haben freie Fahrt.

VON CHRISTIAN ZIEMS

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