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Strandbad Arendsee: 750 Unterschriften gegen den Seetribünen-Umbau

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Von: Jens Heymann

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Die Übergabe: Stadtratschef Frank Rossau (l.) übernimmt die Listen von Altbürgermeister Klaus Führ.
Die Übergabe: Stadtratschef Frank Rossau (l.) übernimmt die Listen von Altbürgermeister Klaus Führ. © Heymann, Jens

In den Augen der „Bürgerinitiative zur Erhaltung des Strandbades mit seinen jetzigen Einrichtungen“ ist die Umgestaltung der touristischen Anlagen, insbesondere der Seetribüne, noch keine abgemachte Sache.

Arendsee – Arendsees Altbürgermeister Klaus Führ übergab stellvertretend für Tom Klein von der Bürgerinitiative am Donnerstag beim „Segler-Heim“ insgesamt 45 Listen mit rund 750 Unterschriften von Einwohnern, Kurgästen, Urlaubern und Bürgern anderer Gemeinden des Altmarkkreises. Die letzte darauf war erst Minuten vorher von einem Arendseer Einwohner dazugekommen.

Empfänger der Signaturen war Stadtratschef Frank Rossau (Arendsee-Land / Freie Liste). Er holte die Listen am Vormittag ab. Er erläuterte den Anwesenden noch einmal kurz die Entscheidungen der Stadt zur Seetribüne – dass es nach langer Diskussion einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates gegeben hat. Er müsse auf das Urteil der Experten vertrauen, meinte Rossau, dass die Tribüne nicht reparabel sei.

Klaus Führ sprach davon, dass bezüglich des Bauwerks 2008, also noch zu seiner Amtszeit als Bürgermeister, vertraglich eine Kontrolle alle fünf Jahre festgelegt worden sei. Vor einigen Jahren habe er dann erneut die Wartung der Tribüne angemahnt.

Die Aktion der Bürgerinitiative soll im Stadtrat angesprochen werden, erklärte Frank Rossau. Möglicherweise wandere das Thema dann noch einmal in den Wirtschaftsausschuss.

Dessen Vorsitzender, Fraktionskollege Jens Reichardt, erklärte gegenüber der AZ, „überhaupt kein Problem damit zu haben, darüber zu sprechen“. Allerdings kritisierte er die Art und Weise, wie sich die Bürgerinitiative verhält. Ganz besonders stört es ihn, dass es keine klaren Ansprechpartner gebe. „Ich muss nachvollziehen können, wer dahintersteckt“, so der Ausschussvorsitzende zur AZ. Denn einer solchen Person würde in den politischen Gremien der Stadt auch ein Rederecht eingeräumt werden. Laut Jens Reichardt hätten die Verantwortlichen innerhalb einer Zwei-Monats-Frist ein Bürgerbegehren initiieren können. Weil dieser Weg mittlerweile verschlossen sei (der Seetribünenumbau wurde im Februar beschlossen), käme nun ein Einwohnerantrag mit einigen Voraussetzungen infrage. Und da schließt sich der Kreis: Denn dazu braucht es Vertreter und Unterschriften.

Der Beschluss zum Rückbau der Seetribüne zu einer ebenen Plattform wurde im Stadtrat mit elf Ja- gegenüber fünf Nein-Stimmen angenommen. Die Land-Fraktion war dagegen, die Vertreter der Linken dafür.

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