1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Arendsee

Architektin stellt neue Heizungsidee für Arendseer Rathaus vor

Erstellt:

Von: Jens Heymann

Kommentare

Neben der Ladesäule am Dessauer Worth könnte eine Hackschnitzelheizung für das Rathaus Arendsee Platz finden.
Neben der Ladesäule am Dessauer Worth könnte eine Hackschnitzelheizung für das Rathaus Platz finden. Diesen Vorschlag unterbreitete die zuständige Architektin am Dienstag dem Arendseer Bauausschuss. © Freier Mitarbeiter

Es sei zunächst einmal lediglich eine Idee, meinte Architektin Doreen Dalgahn am Dienstagabend im Arendseer Bauausschuss. Ihr Vorschlag, das Heizproblem im Rathaus mit einer Hackschnitzelanlage zu lösen, stieß dennoch auf interessierte Zuhörer und löste im weiteren Verlauf sogar noch eine harte Debatte aus.

Arendsee – Noch vor einigen Jahren wäre die angedachte Modernisierung der Heizungsanlage im Rathaus vermutlich wenig interessant für die Öffentlichkeit gewesen. Doch die Zeiten haben sich durch Klimawandel, Ukraine-Krieg und Inflation erheblich gewandelt. Denn plötzlich steht auch die Stadt vor dem Dilemma, für warme Räume im Winter nicht den letzten Notgroschen zu opfern.

Die elektrische Heizung raus, dafür eine Gastherme rein – das wäre wohl der übliche Weg gewesen. Doch seitdem die Preise für die Rohstoffe stark gestiegen sind und wahrscheinlich noch weiter steigen, sind Verwaltung und Politik ins Grübeln gekommen.

Architektin Dalgahn brachte nun Hackschnitzel als neue Option ins Gespräch. Die seien relativ preisstabil und lokal beziehbar – aus dem eigenen Stadtwald und anderen lokalen Quellen. Ein Nachteil wäre der große Platzbedarf der Anlage. Für den Standort schlug sie das Areal neben der Ladesäule hinter dem Rathaus vor. Dieser sogenannte Wärmepunkt könnte sich mit Bänken und gläserner Verkleidung sogar zu einem parkähnlichen Bereich entwickeln, geht die Vision der Architektin weiter.

Den anwesenden Stadträten und der Verwaltung gefiel die grundsätzliche Idee. Als es aber darum ging, ob nicht nur direkte Anlieger angeschlossen werden sollten, wurde es hitzig. Denn manche wollen größer denken, etwa die Fontane-Schule, für die der Altmarkkreis verantwortlich ist, dabei haben. Und überhaupt könnte doch gleich das alte Heizhaus genutzt werden, anstatt neues Gebiet zuzubauen, hieß es. Mit einer Genossenschaft wäre Arendsee auch schon weiter, wurde argumentiert. Aber all das sei bereits vor fünf Jahren ausführlich diskutiert worden.

Zurück zu den Hackschnitzeln: Die Verwaltung bevorzugt die kleine Lösung der Architektin. Dafür sei das Geld vorhanden. Nun soll ein passendes Förderprogramm gesichert werden.

Auch interessant

Kommentare