Seegrund voller Geheimnisse

Archäologen arbeiten am Arendsee und suchen Dinge aus längst vergangener Zeit

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Der Tauchroboter wurde gestern für den Einsatz im Arendsee vorbereitet.

Arendsee – „Wir sind derzeit dabei, die Untersuchungen, die wir 2018 am See begonnen haben, jetzt weiter zu führen und zu konkretisieren“, erklärte Dr. Sven Thomas vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle.

Während des Gesprächs mit der AZ waren Daniel Weber und Sebastian Matz vom Frauenhofer Institut Ilmenau damit beschäftigt, den ferngesteuerten ROV-Tauchroboter mit drei Kameras auszurüsten.

Wurde bei der ersten archäologischen Untersuchung noch der gesamte Seeboden mit dem Solar des ROV erfasst und ausgewertet, werden derzeit besonders interessante Abschnitte näher untersucht. Dies betreffe insbesondere die Bereiche an der untergegangenen Mühle, Uferbereiche sowie einstige Hafenanlagen im Bereich des Klosters sowie die Erderhöhungen im Seeuntergrund im Bereich des vermuteten Kastells.

Die Untersuchungen sollen nach den Vorstellungen der Archäologen bis zum Wochenende abgeschlossen werden. Um möglichst exakte Messungen durchführen zu können und um gutes Bildmaterial zu erhalten, komme dieser Tauchroboter zum Einsatz. Er tastet den Seeboden mit dem Sonar ab und liefert über zwei Kameras Live-Bilder an die Wissenschaftler im Begleitboot der Wasserwacht Halle. Werden für die Archäologen interessante Details entdeckt, gehen Taucher an einer Leine zum ROV und entnehmen vor Ort Proben oder untersuchen die jeweiligen Stellen genauer.

„Dies ist für uns sehr effektiv und spart viel Zeit beim Tauchen, da die Sicht im See nur ein bis zwei Meter beträgt“, erfuhr die AZ. Eine zusätzliche dritte Kamera nimmt ebenfalls Bilder auf, die dann am Computer im Vereinsgebäude des Tauchclub Arendsee ausgewertet werden können.

Wie gestern zu erfahren war, gehören die Archäologen nicht zu denen, die ein Loch im See suchen. Es gehe allein um archäologische Besonderheiten, betonten die Männer vor Ort.

VON ECKEHARD SCHWARZ

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