Klimaforschung im Arendsee: Wissenschaftler untersuchen den Aufbau des Gewässers

Arbeit in drei Schichten

+
Dr. Andreas Kleeberg vom IGB baute die Station mit auf. Unter ihm im Wasser ist einer der so genannten Enclosures zu erkennen.

Schrampe / Arendsee. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) aus Berlin haben ihre Forschungsplattform auf dem Arendsee aufgebaut. Die Untersuchungen über den Phosphorhaushalt im See sollen demnächst beginnen.

Es gehe nicht um das Testen von Fällmitteln, grenzt Dr. Andreas Kleeberg seine Arbeit gegenüber Untersuchungen von Dr. Helmut Rönecke zur Seesanierung (wir berichteten) ab. Die Berliner wollen sich stattdessen mit dem Phosphor in den drei verschiedenen Wasserschichten des Arendsees auseinander setzen und wie sich diese unter Einfluss des Klimawandels ändern.

Der Arendsee ist im Winter anders aufgebaut als im Sommer. Während der kalten Jahreszeit ist das wärmere Wasser (vier Grad) aufgrund seiner höheren Dichte ganz unten. Steigt die Lufttemperatur, erwärmt sich das Wasser an der Oberfläche, während das Tiefenwasser kalt bleibt. So bilden sich im Frühjahr dann die drei getrennten Schichten heraus.

Während weiter oben im See genügend Sauerstoff vorhanden ist, wird über dem Sediment nichts nachgeliefert. Der springende Punkt: Setzt die Schichtenbildung aufgrund des Klimawandels (steigende Temperaturen) im Frühjahr eher ein und hört zum Herbst später auf, kann es für Organismen wie Fische schwierig bis unmöglich werden, in den unteren Seebereichen zu überleben.

Die Wissenschaftler wollen zudem den Phosphorhaushalt des Arendsees untersuchen. Algen benötigen das Element sowie Licht zum Wachsen. Ungeklärt ist dabei, wie viel Phosphor sich nach dem Absterben der Algen bereits während des Sinkens im Wasser löst und nicht ins Sediment gelangt. Je mehr Phosphor nämlich im Seegrund zurückgehalten werden kann, desto besser das Potenzial zum Selbstreinigen, so Dr. Kleeberg.

Von Jens Heymann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare