„Wir werden hier allein gelassen“

Anwohner des Birkenhains in Arendsee wollen eine Verkehrsberuhigung

Birkenhain, beginnend an der Seehäuser Straße.
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Birkenhain, beginnend an der Seehäuser Straße. Die Anwohner sind sauer.

Für die Verwaltung in Arendsee ist die derzeitige Regelung an der Straße Am Birkenhain in Ordnung und es gibt keinen Gesprächsbedarf mehr. So hören es die Anwohner der Straße immer wieder, und selbst ihr Anwalt scheint in der Forderung nach einer Verkehrsberuhigung im Rathaus Arendsee auf Granit zu beißen. So sehen es jedenfalls Uwe Scholz und Sören Neidahl, die am Donnerstag das Gespräch mit der AZ suchten.

Arendsee (von Harry Güssefeld) – Für sie ist die Geschichte um den Birkenhain noch nicht zu Ende. „Damals, als man uns eine Schranke versprach, war das nicht unser Wunsch, sondern eher eine Überraschung“, so Uwe Scholz. Als das platzte, sei man im Birkenhain nicht traurig gewesen, hieß es am Donnerstag. Denn eine solche Sackgasse hätte sicherlich auch viele Probleme mit sich gebracht.

„Dass aber die Stadt lediglich die Parkplatzsituation am Ärztehaus verändert hat, hat mit der Verkehrsberuhigung gar nichts zu tun“, erklärte Sören Neidahl. Denn im Gegenteil: Das Nadelöhr sei beseitigt worden, was den Autofahrer immer wieder gezwungen hatte, auf die Bremse zu gehen. „Nun ist die Stelle übersichtlich“, sagte der Anwohner. Und freie Fahrt auch über die erlaubten 30 Stundenkilometer hinaus.

Das Thema Anliegerstraße wollen die beiden Anwohner wieder auf die Tagesordnung heben. „Nutzbar für alle, die in der Straße ein Anliegen haben“, definieren sie. Anwohner, Besucher des Friedhofes, des Ärztehauses – alles das muss möglich bleiben. Aber der überörtliche Verkehr müsse verschwinden, fordern die Männer. „Es wird als Abkürzung genommen. Vor allem für die, die aus dem Bereich Seehausen in den Bereich Gartow möchten, ist es eine willkommene Abkürzung“, weiß Uwe Scholz. Dazu kämen auch Schaf-Transporte und vor allem die Busse, die die Ferieneinrichtungen anfahren. „Die Straße ist für Fahrzeuge bis 2,5 Tonnen zugelassen. Das interessiert keinen, wenn die Handwerker mit ihren großen Bullis hier durchfahren“, erfährt die AZ. Dann die entscheidende Frage: Wie sehen beide die Möglichkeiten, ihre Forderungen doch noch durchzusetzen? „Die erste und einfachste Maßnahme wäre, diese Straße, beginnend an der Seehäuser Straße, als Einbahnstraße auszuweisen“, schlugen beide vor. Damit würde sich, rein theoretisch, das Fahrzeugaufkommen auf der Straße halbieren. Auch an eine Aufpflasterung könnte man denken – und Blumenkübel, wie es sie einst zu DDR-Zeiten gab, als die Straße eine Sackgasse war. „Aber alles unter dem Aspekt, dass sie durchgehend befahrbar ist“, so Uwe Scholz.

Beide fordern Unterstützung, vor allem von den gewählten Vertretern im Stadtrat. „Es kann nicht sein, dass man uns erklärt, in Sachen Birkenhain gebe es keinen Gesprächsbedarf mehr. Wir haben sehr wohl Gesprächsbedarf. Denn wir wohnen an einer Straße, die eine Anliegerstraße ist“, sagen beide. Und sie betonen, dass sie nicht für sich allein sprechen, sondern für die meisten Bewohner ihrer Straße.

Wie soll es nun weitergehen?, fragte die AZ. Man werde sogar, wenn nötig, vor das Verwaltungsgericht gehen, machen sie deutlich. An die Adresse derer, die sich darüber beklagen, dass es an anderen Straßen ähnliche Zustände gebe, aber man sich nicht darstelle, sagten die Männer: „In diesen Fällen sage ich denen, jeder muss für sich kämpfen und selbst eine Lösung finden. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

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