Bürger wollen mehr Industrie, Schulen und Arbeitsplätze

Zukunftskompass: Antworten fordern Taten

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Rund 300 Einwohner Arendsees hatten sich an der Befragung beteiligt. Genug, um diese Aktion auswerten zu können.

Arendsee / Mechau. An der Befragungs-Aktion „Zukunftskompass“ hatten sich in allen Orten der Einheitsgemeinde Arendsee rund 300 Personen beteiligt.

Trotzdem wurde während der Auswertung am Dienstag in Mechau von einer repräsentativen Befragung gesprochen, wie Bürgermeister Norman Klebe betonte. Die erste Erkenntnis: 40 Prozent aller Bürger sind über 60 Jahre alt. 19 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre, drei Prozent sind unter 20 Jahre jung.

51 Prozent sind Angestellte, 30 Prozent Rentner. Geht es nach den Arbeitsorten, dann zeigt sich, dass 66 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeiter und Angestellten außerhalb des Gemeindegebietes arbeiten, nur 26 Prozent haben einen Job innerhalb der Stadtgrenze gefunden. Und so ergibt sich folgerichtig auch der Wunsch, dass die Befragten mehr Unternehmen in der Region haben möchten, und die bestehenden Betriebe sollten entwickelt werden, so auch expandieren. Die Sicherung von Arbeitsplätzen hat enorme Priorität, sagen die Ergebnisse auf den Fragebögen aus. Des weiteren auf der Wunschliste der Bürger: die Verbesserung der Infrastruktur, die Verkehrsanbindung der A14. Kindertagesstätten sehen 69 Prozent als sehr wichtig an, ebenso viele Schulen. Für mehr Kinderbetreuung außerhalb der Tagesstätten sprechen sich 54 Prozent aus, einen Jugendraum wünschen sich 31 Prozent. Das Museum sehen nur 21 Prozent der Befragten als sehr wichtig an, es sind aber über die Hälfte, die sich generell positiv zum Museum äußern. Auf die Versorgung legen knapp die Hälfte besonderen Wert. Und so kommt man zu dem Schluss, dass sich die Menschen in Arendsee mehr Industrie und mehr Betriebe wünschen, dass sie ihre Kinder gut versorgt wissen wollen und dass sie nicht mehr pendeln müssen. Bürgermeister Klebe nimmt deshalb die Botschaft mit, dass die Menschen in der Region bleiben und arbeiten möchten.

Ein wichtiger Punkt, der mit Leben erfüllt werden muss. Aber wie? Das wollte Stadtrat Jens Reichardt wissen. Er sehe die Ergebnisse als Grundlage eines Kataloges, der abgearbeitet werden muss. Das Wie blieb am Dienstag offen – auch die Frage, welche Ausschüsse sich damit befassen sollten.

Die Suche nach potenziellen Unternehmern, die Arbeitsplätze schaffen, ist nicht erst seit der Befragung ein Thema. Immer wieder war von „Entwicklung der Region“ die Rede, und die Politik setzt aktuell auf die A14. Die Frage bleibt, ob das Signal für größere Gewerbegebiete und Betriebe ertönt, wenn die Lkw an Seehausen vorbei in Richtung Schwerin oder Leipzig rollen.

Eines ist gewiss: Schulen und Kindergärten in Arendsee sind auf hohem Niveau. Doch wer seine Kinder gut aufgehoben weiß, aber keine Arbeit oder eine Arbeitsstelle 100 Kilometer entfernt hat, wird keinen Grund finden, in Arendsee zu bleiben. Vor allem dann nicht, wenn er jung ist.

Zu Beginn der Sitzung gab es eine Gegenstimme Jens Reichardts schon bei der Verlesung der Tagesordnung: Die AZ fragte nach. „Ich bin verärgert darüber, dass Beschlüsse, die für den Stadtrat aufbereitet wurden, seit eineinhalb Jahren nicht auf die Tagesordnung gelangen“, so der Stadtrat. Es gehe um einen überarbeiteten Bebauungsplan für das Strandbad, um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Örtliche Ferienlager (jetzt Filmcamp) und eine geplante Buswendeschleife am Queen-Anleger.

Von Harry Güssefeld

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