Ausbau auch auf eigene Rechnung

Glasfaseranschluss für alle Arendseer: Stadt plant Kooperation mit DNS:Net

Ein Strang mit Leerrohren ragt aus einem Bürgersteig in Sanne.
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Der Zweckverband Breitband Altmark lässt zwar vielerorts die Grundlagen für sein späteres Glasfasernetz legen (wie im Frühsommer in Sanne), aber nicht überall darf auch gebaut werden. Diesen Umstand will die Stadt Arendsee beseitigen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Der Bauausschuss der Einheitsgemeinde Arendsee hat sich am Dienstag dafür ausgesprochen, dass Bürgermeister Norman Klebe mit dem Internetdienstleister DNS:Net eine zehnjährige Kooperation eingeht, damit Haushalte im gesamten Gemeindegebiet einen Glasfaseranschluss bis nach Hause bekommen. DNS:Net soll dafür eigenwirtschaftlich tätig werden. Der Stadtrat, der am kommenden Mittwoch in Leppin tagt, soll die endgültige Entscheidung treffen.

Arendsee – Der Ausbau des Internets geht in der Region zwar voran, aber nicht so vollumfänglich, wie sich das viele wünschen. Das liegt unter anderem an der Marktsituation und an den Förderrichtlinien. Bürgermeister Klebe ärgert sich schon viele Monate über die Ungleichheit, die sich daraus für Teile seiner Bürger ergeben hat.

Worum geht es konkret? Der Zweckverband Breitband Altmark lässt mit Fördermittelmillionen viele Orte an sein Glasfasernetz anschließen, aber längst nicht jedes Haus. Denn wo ein Wettbewerber – insbesondere die Deutsche Telekom ist damit gemeint – von sich aus erklärt, ein gewisses Grundmaß an Internetgeschwindigkeit auf eigene Kosten herzustellen, darf keine Konkurrenzsituation durch öffentliche Gelder entstehen. Das Problem aus Sicht der Stadt, wie es auch im Beschluss heißt: „Die Deutsche Telekom konnte bislang keinen konkreten Termin benennen, zu dem auch in unterversorgten Bereichen des Gemeindegebietes leistungsfähige Internetanschlüsse mit Glasfasertechnik hergestellt werden sollen.“

Bei diesen Gebieten handelt es sich nach Bürgermeister Klebe ganz oder teilweise um Arendsee (inklusive Gewerbegebiet, KiEZ und IDA), Fleetmark, Binde, Schernikau, Kleinau, Genzien und Harpe. Dies sind die sogenannten schwarzen Flecken – im Gegensatz zu den weißen Flecken, die kein Anbieter ausbauen will und daher Fördermittel zum Einsatz kommen müssen.

Bereits vor einigen Wochen habe es ein entsprechendes Treffen mit DNS:Net gegeben, erklärte der Stadtchef im Bauausschuss. Etwa 50 Prozent Anschlussquote benötige das Unternehmen allerdings, damit sich der Ausbau auf eigene Kosten lohne. „Alle zusammen können wir das auf die Beine bekommen“, erwähnte Klebe auch, dass die Stadt bei der Akquise dieser Anschlüsse helfen müsse bzw. wolle.

Die Kooperation zwischen Stadt und DNS:Net beinhaltet beispielsweise folgende Punkte: Ansprechpartner, Ausbaugebiete, Erarbeiten von Lösungen, Hilfe bei der Umsetzung sowie Bereitstellen von Räumlichkeiten.

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