Stadt plant umfangreichen Straßenbau / Alternative: Heizung fürs Rathaus

Anlieger zur Kasse, bitte!

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Wieder im Fokus: Die Straße Dessauer Worth in Arendsee soll nach Vorstellungen im Rathaus von der Feuerwehr bis zur Schulstraße auch mit Fördermitteln ausgebaut werden. Letztendlich wären aber von den Anliegern 140 000 Euro aufzubringen.

Arendsee. Kommt nun doch ein Ausbau der Straße Dessauer Worth? Geht es nach dem Bauausschuss, wird das Vorhaben wieder favorisiert.

Die Stadt will dabei vom Fördermittelprogramm „Ortsteilzentren“ profitieren (rund 60 000 Euro) und plant dafür den Ausbau von der Feuerwehr bis zur Schulstraße, zur Einmündung an der Turnhalle. Aus der Investpauschale will die Stadt 80 000 Euro nutzen und rechnet insgesamt mit Anliegerbeiträgen in Höhe von 140 000 Euro.

Doch die Ideen der Verwaltung gehen noch weiter. So sind der Ausbau des Birkenweges, des Parkweges, eines Restes der Alten Poststraße in Richtung Wasserwerk, des Akazienweges und der Straße Hinter den Gärten angedacht. Alles Straßen, die nicht unter die Anliegersatzung fallen, sondern Neubauten sind. Das bedeutet für die Stadt geringe Eigenanteile (zehn Prozent), die Anlieger müssen 90 Prozent tragen. Für Bürgermeister Norman Klebe ist es die einmalige Chance, einen Teil des Straßenproblems in den Griff zu bekommen.

Die Anlieger werden aber angesichts der ermittelten Gesamtkosten enorm zur Kasse gebeten. Am Birkenweg wären es allein 54 000 Euro, die sich die Anlieger teilen müssen, am Parkweg 42 300 Euro. Doch da war doch was mit dem Birken- und Parkweg: Stadtrat Klaus Führ erinnerte sich, dass schon einmal ein Ausbau der beiden Straßen geplant war, die Anlieger sich aber mehrheitlich dagegen ausgesprochen hatten. Und es gab noch einen Punkt, den Uwe Walter gern beachtet haben würde: Sollten Park- und Birkenweg ausgebaut werden, müssten die Anlieger zwischen den Straßen für beide Fahrbahnen Ausbaubeiträge zahlen. Ob das gewollt sei – Uwe Walter könnte sich vorstellen, erst eine der beiden Straßen in Angriff zu nehmen, wenn es denn vom Stadtrat gewollt ist. Und da sind außerdem die Schul- und Ackerstraße. 99 200 Euro müssten die Anlieger bezahlen, sollten diese tatsächlich saniert werden.

Doch es gibt noch einen anderen Schwerpunkt. „Außer Straßen sollte man auch endlich einmal die Heizung im Rathaus sanieren. Seit Jahren ist bekannt, dass das Rathaus mit den ineffektivsten Heizgeräten ausgestattet ist“, meinte Führ. Er forderte die Stadt auf, aus der Investpauschale zunächst auf einen Ausbau von einer oder mehreren Straßen zu verzichten. Strom als Heizmedium solle verschwinden. Gas könnte die Alternative sein. Denn ein Anschluss liege schon. Norman Klebe schlug dem Ausschuss vor, rund 85 000 Euro für eine neue Heizungsanlage im Verwaltungsamt anzusetzen.

Von Harry Güssefeld

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