Streit um Laub an der Promenade geht in die nächste Runde

Anlieger droht mit dem Absägen von Stadtbäumen

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Die Situation an der Seepromenade wird weiter heftig diskutiert. Der Standpunkt der Stadt gerät ins Wanken.

Arendsee. Der Protest gegen die Absicht der Stadt, bald kein Laub mehr von der Seepromenade abzufahren, ist sehr verhalten.

Aber wenn sich Anlieger zu Wort melden, dann hat das schon Gewicht: Eckehard Schwarz war am Dienstagabend mit seiner Frau zur Bauausschusssitzung erschienen, um sich die Diskussion um die Straßenreinigungssatzung anzuhören. Dass diese ausfiel, weil die Meinungen aus den Ortschaftsräten noch nicht alle gehört wurden, machte die Sache für Eckehard Schwarz und auch Peter Troch einfach, sich während der Einwohnerfragestunde zu Wort zu melden.

„Ich kann dieses Vorgehen an der Promenade nicht verstehen. Zumal es wohl sein kann, dass nun jeder allein auf den Seeweg fährt und sein Laub abfährt. Das schadet dem Tourismus, aber auch dem Weg selbst“, so Eckehard Schwarz. Und dann komme dazu, dass viele Anlieger überhaupt nichts mehr unternehmen, und das Laub vermodert. „Will die Stadt angesichts der Zustände bald ein Schild ,Eingeschränkter Laubdienst’ anbringen, um den Besucher zu erklären, warum es am See so aussieht?“, fragte der Arendseer in die Runde.

Die Promenade sei seiner Ansicht nach die Wohnstube Arendsees, und die werde so vernachlässigt. Aber Schwarz ging noch weiter: Dass die Stadt einst 68 Bäume an der Promenade teilweise auf Privatgelände gepflanzt hat und nun das Laub den Anliegern überlässt, sei nicht die feine Art. „Die Bäume haben noch keinen Durchmesser von 15 Zentimetern, deshalb könnte man sie fällen“, machte Schwarz deutlich.

Ohne eine klare Regelung geht es nicht. Auch deshalb nicht, weil nicht alle Anlieger die stillschweigend geduldete Abmachung mit der Stadt einhalten, auch Laub und Gras von den oberhalb des Hangs befindlichen Grundstücken abzulagern und abholen zu lassen. So werden auch Koniferen-Schnitt und Baumteile zum Abholen abgelegt. Und genau das war der Grund dafür, dass Bürgermeister Norman Klebe vor gut zwei Wochen angekündigt hatte, das Abfahren am Seeweg einzustellen – und keine Gebühren mehr zu verlangen. Klebe sprach von „schwarzen Schafen“, die mehr Leistungen in Anspruch nehmen wollten als abgemacht. „Wenn sich alle daran gehalten hätten, dann wäre es nicht zu den Überlegungen gekommen“, so Klebe.

Was nun wirklich passiert, ist seit Dienstag schon wieder fraglich. Und Peter Troch gehe es nicht allein um den Abschnitt Kaskade-Bleiche. Wie es ist, wenn nichts gepflegt wird, sehe man am Abschnitt Altenheim in Richtung Quelle. Das Laub vermodere, der Weg ist schlammig und leidet zusehends. „Noch kann man etwas korrigieren“, so Troch.

Von Harry Güssefeld

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