Arendsees Verwaltung sieht für Rückbau keine Alternative / Geld fehlt

Von Anfang an ein Flop: die Turbine in Mechau

Der große Rechen ist noch erkennbar, viele andere Bauteile des kleinen Wasserkraftwerkes in Mechau sind schon unter Unkraut verschwunden. Konstruktionsfehler und eine viel zu geringe Leistung waren der Grund der Aufgabe. Foto: Güssefeld

Mechau. Sie sollte Strom erzeugen – die Turbine des kleinen Kraftwerkes am Flötgraben. 2003 wurde das damals als Pilotprojekt bezeichnete Vorhaben übergeben. Großer Bahnhof.

Doch die Turbine drehte sich nur selten, von Stromerzeugung und sogar einer Einspeisung in das Stromnetz war die Anlage weit entfernt. Sie funktionierte nicht richtig – und so klagte die Gemeinde, später die Stadt Arendsee gegen das Planungsbüro. Mit dem Ergebnis eines Vergleichs. Das Geld, das es für die Stadt Arendsee gab, ging gleich wieder für die Anwälte drauf, erfuhr die Altmark-Zeitung gestern auf Nachfrage im Bauamt. „Es blieb nichts übrig, geschweige denn irgendein Betrag, den wir für den Rückbau ausgeben könnten“, so die stellvertretende Amtsleiterin Monika Leue. Dieser Rückbau der aus bewehrtem Beton hergestellten Anlage wird auf rund 50 000 Euro geschätzt. Viel Geld, das die Stadt derzeit nicht hat.

Zum Rückbau gebe es nunmehr keine vernünftige Alternative, gibt Monika Leue zu. Trotzdem war nach einem Betreiber gesucht worden. Es habe ihn auch gegeben. „Ein Mann mit Enthusiasmus, der die Anlage aus Spaß wieder betreiben wollte“, hieß es. Aber auch dieser Interessent ließ dann wieder von seinem Vorhaben ab.

Aus Kostengründen. Denn die Anlage ist völlig verkrautet, der eigentliche Zufluss des kleinen Grabens gestoppt und um die Anlage herum geleitet. Der große Stolz bei der Übergabe, die Fischtreppe, ist ebenso Geschichte wie der Rechen, mit dem das Wasser gesäubert werden sollte, bevor es die Turbine angetrieben hatte.

„Aufwand und Nutzen standen damals schon nicht in einem vernünftigen Verhältnis“, glaubt Monika Leue. „Würde es heute noch laufen, wäre es sicherlich eine Sehenswürdigkeit für Touristen“, meinte die Fachfrau. Doch an den Betrieb wäre auch eine Person gebunden, die ständig präsent sein müsse. Und wer solle das heute noch bezahlen.

Die Stadt Arendsee würde lieber heute als morgen den massiven Betonbau inklusive des Turbinenhauses verschwinden lassen. Doch finanzielle Mittel sind für dieses Jahr jedenfalls nicht eingeplant.

Mechaus Ortsbürgermeister Hartmut Baier hatte vor gut einer Woche noch die Hoffnung, dass sich ein neuer Betreiber finden wird. Doch nach der gestrigen Aussage aus dem Bauamt ist jede Hoffnung dahin. Das Bauwerk wird irgendwann verschwinden.

Von Harry Güssefeld

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