Fußballfachsimpeln im KiEZ

Anekdotenreiche Runde mit Bernd Stange und Harald Irmscher in Arendsee

Bernd Stange (v.l.) und Harald Irmscher mit einem Jena-Anhänger im KiEZ Arendsee.
+
Bernd Stange (v.l.) und Harald Irmscher mit einem Jena-Anhänger im KiEZ Arendsee.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

Nachdem sich die 45 Kinder der „Bördekicker“ nach einem anstrengenden Fußballtraining und dem gemeinsamen Grillen endlich in Richtung Unterkünfte verabschiedet hatten, war am Sonnabendabend im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) Arendsee die Zeit der Erwachsenen angebrochen.

Im Mittelpunkt standen dabei die beiden prominenten Gäste: Ex-DDR-Auswahltrainer Bernd Stange sowie der einstige Nationalspieler Harald Irmscher. Der ebenfalls eingeladene Peter Ducke hatte aus gesundheitlichen Gründen leider absagen müssen.

Arendsee – Stange und Irmscher, zwei gebürtige Sachsen, die in Jena ihr Zuhause gefunden haben, hatten eine Menge aus ihrer aktiven Zeit zu erzählen. Jeder für sich oder auch gemeinsam haben sie in der Welt des Fußballs viel erlebt. Stange hat es als Trainer um den halben Globus gezogen, Irmscher war oft als Co-Trainer mit dabei.

Mit dem Irak und Syrien befinden sich zwei Stationen darunter, die von Krieg gekennzeichnet waren. Bernd Stange berichtete in Arendsee von frühmorgendlichen Bombeneinschlägen bei Damaskus und von Fahrten durch ein zerstörtes Land. Das sei ein „hartes Brot“ gewesen, so der 73-Jährige.

Manche Momente haben ihn auch nie losgelassen. „Wir wollten unbedingt zur Weltmeisterschaft 1990. Und ich glaube bis heute, wir hätten das geschafft“, meinte Stange über das Ende seiner Zeit als Nationaltrainer der DDR. 1988 wurde er noch während der laufenden Qualifikation entlassen.

Mit Berlin und Leipzig erlebte Stange zwei wenig erfolgreiche Bundesligastationen. „Ich wusste gar nicht, dass die pleite waren – und dass man Steuern zahlen muss“, meinte er mit ironischem Nachblick. Als es Mitte der 90er-Jahre keine Angebote mehr gab, orientierte er sich ins Ausland.

Harald Irmscher erzählte nicht weniger spannend über seine Zeit als Spieler und Co-Trainer. 1972 war er Augenzeuge der terroristischen Ereignisse während der Olympischen Spiele in München. Die DDR-Fußballer wohnten damals gegenüber der israelischen Unterkunft. Irmscher machte heimlich Fotos. Übrigens: Im Spiel um Platz 3 des Fußballturniers, das 2:2 gegen die Sowjetunion ausging, habe es keine Absprachen gegeben, beteuerte der 75-Jährige in Arendsee.

Bernd Stange und Harald Irmscher hatten am Tage ein 90-minütiges Training geleitet. Die „Bördekicker“-Kinder seien motiviert gewesen wie selten zuvor, berichteten die Betreuer später beeindruckt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare