Wohnmobile wie Herzschrittmacher

Alter Platz in Arendsee erlebte Ansturm motorisierter Inlandsurlauber

Plätze für Wohnmobile gibt es in Arendsee viele. Es könnten mehr werden.
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Plätze für Wohnmobile gibt es in Arendsee viele. Es könnten mehr werden.

Arendsee – Wer Urlaub machen will und relativ unabhängig, der macht es mit dem Wohnmobil. Das war schon immer so, aber durch die Pandemie und die sich ständig ändernden Beherbergungsauflagen ist aus dem Wohnmobilurlaub ein regelrechter Boom geworden.

Das erlebte auch die Luftkurort-Arendsee-GmbH in dieser Saison, wie deren amtierende Chefin Sonja Nowak im Wirtschaftsausschuss berichtete. „Wir hatten in diesem Jahr Platz für 150 Mobile und Wohnwagen“, sagte sie. Auch deshalb, weil die Plätze, auf denen sonst Zelte stehen, als Plätze für Wohnmobile ausgewiesen wurden.

Im Ausschuss war dann zu vernehmen, dass es jetzt einen andauernden Boom der Wohnmobile geben werde. Jens Reichardt, Ausschussvorsitzender, dämpfte das etwas – in Corona-Zeiten sei nichts planbar. Ausschussmitglied Matthias Goyer hatte dann die Idee: So schnell wie möglich sollte die GmbH mehr Plätze für Wohnmobile zur Verfügung stellen.

Auf dem Platz, der aber dringend einer Sanierung bedarf. Einer Grundsanierung. Wie die AZ erfuhr, gehen Mitarbeiter in jedem Jahr mit Vorsicht daran, die Wasserabsperrhähne zu betätigen. Immer mit der Gefahr, dass die Armaturen in Gänze auseinanderfallen. Auch die dringend notwendige Sanierung des Sanitärgebäudes, speziell der Heizung, über die schon seit gut zehn Jahren debattiert wurde, ist kein Thema mehr. Der zwischenzeitlichen Idee, eine neues Empfangsgebäude zu bauen, wurde zunächst ein Riegel vorgeschoben (wir berichteten).

Der Campingplatz dürfte aber, sollte die Situation des Inlandsurlaubs ein Dauerzustand werden, tatsächlich mehr Bedeutung bekommen. Angesichts der Tatsache, dass die „Queen“ weniger genutzt wird als in den Vorjahren (wir berichteten) und der Platz damit eine größere Bedeutung bekommt, muss dringend über eine Sanierung ´nachgedacht werden. Noch einmal zu den Wohnmobilstellplätzen: Die angedachten Stellplätze im Strandbadgelände für solvente Nutzer mit der Chance, aus dem Fenster den Sonnenuntergang über dem See zu erleben, waren am Dienstag im Ausschuss auch kein Thema.

Noch einmal zu den Zahlen des Campingplatzes. Trotz Corona-Auflagen verzeichnete die GmbH 16 077 Übernachtungen bei 5 676 Ankünften. Das ist ein besseres Ergebnis als in den drei Jahren zuvor. Im Super-Sommer 2018 waren es 15 770 Übernachtungen.

Für die amtierende Geschäftsführerin ist klar: Sollten die Weichen so gestellt werden, dass der Campingplatz der wirtschaftlich stärkste Bereich der GmbH werden soll, muss investiert werden. Noch sind die Wohnmobile nur Herzschrittmacher für einen alten, in die Jahre gekommenen Platz. Die Makel sind längst bekannt. Zu einer Investition, um den Platz fit für die Zukunft zu machen, bedarf es Anstrengungen, die derzeit nicht erkannt werden.

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