Alle sind gleich, manche gleicher

Arendsee: Fällaktion unterhalb des Waldheims löst alte und neue Diskussion aus

Der See und seine Uferbereiche: Die Anlieger werden unterschiedlich behandelt. Die Fällaktion am Waldheim hat die Diskussion befeuert.
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Der See und seine Uferbereiche: Die Anlieger werden unterschiedlich behandelt. Die Fällaktion am Waldheim hat die Diskussion befeuert.

Arendsee – Das Umweltamt des Altmarkkreises hatte von den Fällarbeiten am Waldheim zwischen Seepromenade und Ufer keine Kenntnis und wurde diesbezüglich auch nicht einbezogen.

Erst am 16. Oktober war der Altmarkkreis von der Stadt Arendsee über die Situation informiert, heißt es auf Nachfrage der AZ aus dem Landratsamt. Weil das Umweltamt nicht einbezogen war, konnte es auch keine Genehmigung dafür erteilen. Nun soll der Sachverhalt unter naturschutzfachlichen Kriterien geprüft werden. Bei Notwendigkeit würden entsprechende Schritte angekündigt, hieß es.

Wie sich herausstellt, geht es nicht allein um den Verlust der Bäume am See. Es geht unter anderem um den Lichtimmissionsschutz an der Seepromenade – dringend notwendig für die dort lebenden Fledermausarten.

Stadträtin Vilja Hanke (AfD) hat in einem Schreiben an das Umweltamt in Salzwedel angefragt, inwieweit beim geplanten Ausbau auf dem Waldheimgelände die Vorgaben der Behörde eingehalten werden. Sie zitiert dabei aus verschiedenen Gutachten, in denen unter anderem erklärt wird, dass sich die geplante Aussichtsplattform „nur auf einen schmalen Bereich um die Seepromenade erstrecken wird und mit der nach entsprechender Böschungsherrichtung kein zusätzlicher Verlust von Gehölzen einhergehen wird“. Heißt weiter, erheblicher Verlust der Gehölze schade den zahlreichen lichtempfindlichen Fledermausarten, die die Seepromenade regelmäßig aufsuchen. „Die lichtscheuen Arten würden den Bereich meiden. Ausweichmöglichkeiten um den gesamten Planungsbereich des Waldheim-Resorts mit gleicher Funktion sind nicht gegeben“, so das Gutachten.

Vilja Hanke sagt selbst, sie sei keine Expertin, aber es erscheine ihr unwahrscheinlich, dass die Aufrechterhaltung des Lichtimmissionsschutzes für die Fledermäuse, die im Gutachten erwähnt wurde, nun noch eingehalten werden könne. Es sei ja ziemlich kahl geworden, schreibt sie. Und weiter: „Ich gehe davon aus, dass das Gutachten für eine Baugenehmigung erforderlich war/ist, und die darin enthaltenen Aussagen fachlich einwandfrei sind und somit eingehalten werden müssen“. Obwohl die Stellungnahme des Altmarkkreises dazu noch aussteht, geht Vilja Hanke davon aus, dass die Fällarbeiten ihrer Ansicht nach nie genehmigt werden konnten.

Dem entgegen stehe die Reaktion aus dem Arendseer Rathaus. Vilja Hanke erinnerte daran, dass Bürgermeister Norman Klebe auf Nachfrage der AZ erklärt hatte, dass alles seine Richtigkeit habe – Naturschutz sei nicht betroffen, man habe den Bereich von Unterholz befreit und Müll gesammelt.

Die Reaktionen in dieser Angelegenheit kochen hoch, weil in Arendsee weiterhin mit zweierlei Maß gemessen werde, hieß es. Manchen am See schaue man sehr auf die Finger, andere lasse man gewähren. Für Diskussionsstoff sorge auch immer wieder die offensichtliche Benachteiligung von Arendseer Ufernutzern gegenüber denen, die in Schrampe ein Anwesen besitzen. Das Ufer des Arendsees sei überall zu schützen, sagen sich die Betroffenen. In Arendsee und auch in Schrampe. Doch im Bereich Arendsee seien nur Schuppen erlaubt, in Schrampe dagegen ganze Häuser.

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