Fleetmarks Bürgermeister stellt Eignung des Arendseer Stadtoberhauptes in Frage

Ahlfeld attackiert Klebe

Kerkau / Arendsee. Ein Misstrauensantrag war es nicht. Aber das, was Fleetmarks Ortsbürgermeister Klaus Ahlfeld dem Arendseer Bürgermeister am Montag während der Stadtratssitzung im Ortsteil Kerkau in Form eines Fragenkataloges präsentierte, war starker Tobak.

Die Ausführungen endeten in der Frage Ahlfelds, ob Klebe sich noch in der Lage sehe, „den Anforderungen an einen hauptamtlichen Bürgermeister im Allgemeinen und die Vertretung der Einheitsgemeinde nach innen und außen im Besonderen gerecht zu werden. Diese Frage beantworte Norman Klebe sofort. Natürlich fühle er sich in der Lage, daran gebe es keinen Zweifel.

Auf alle anderen Vorwürfe wollte Klebe zunächst nicht reagieren. Im Einzelnen ging es unter anderem um die Frage, ob das Sponsoring des Drachenbootrennens in Arendsee durch ein Kredtitinstitut in unmittelbarem Zusammenhang mit einem abgeschlossenen Maklervertrag mit dieser Bank stehe. Des Weiteren stellte Ahlfeld die Frage, ob im Gemeindegebiet Arendsees tätige Beschäftigungsgesellschaften Finanzmittel zur Verfügung gestellt hatten und, wenn ja, wie diese verteilt worden sind.

Und es ging weiter. Ahlfeld berichtete von einem Telefongespräch Klebes mit einer Mitarbeiterin der Wohnungsverwaltungsfirma der ehemaligen Gemeinde Fleetmark, in dessen Verlauf Klebe die Mitarbeiterin verbal angegriffen haben soll. Weiter war von „unqualifizierten Vorwürfen“ Klebes die Rede. „Mit Ihrem Verhalten haben Sie zum wiederholten Mal ihr Desinteresse an der Aufrechterhaltung langfristiger vertraglicher Bindungen der Gemeinde Fleetmark dokumentiert und deren Auflösung ohne zwingende Gründe vollzogen bzw. provoziert“, so Ahlfeld. Und das alles, obwohl es noch keine abschließende gerichtliche Regelung über den Verbleib der Gemeinde Fleetmark im Verbund der Einheitsgemeinde Arendsee gebe. Ahlfeld regte an, dass sich Klebe bei der Mitarbeiterin entschuldigen solle.

Klebe zeigte sich gestern, nur wenige Stunden nach den Attacken Ahlfelds, der der Fraktion Arendsee-Land angehört, verwundert. „Das ist alles an den Haaren herbeigezogen und zeigt einmal mehr, dass einige Stadträte eine gemeinsame Zusammenarbeit zum Wohle Arendsees nicht wollen“, erklärte das Stadtoberhaupt auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Aber nicht nur das sei für Klebe ein Problem. Er hoffe, dass sich aus den Vermutungen Ahlfelds in Bezug auf das Sponsoring der Bank keine Nachteile für Arendsee entwickeln. „Es ist schädlich, solche Vermutungen anzustellen, um mich persönlich zu diskreditieren, aber auch, was noch schwerer wiegt, der Stadt womöglich enorm zu schaden“, meinte Klebe. Das Engagement des Kreditinstituts sei nicht hoch genug zu würdigen. Aber dem Fleetmarker Ortsbürgermeister sei das womöglich egal, weil er sich nicht zu Arendsee gehörig fühle, meinte Klebe.

In Kürze werde sich Klebe auch zum Gespräch mit der Mitarbeiterin der Wohnungsgesellschaft äußern. „Ich habe diese Frau garantiert nicht beleidigt“, so Klebe. Er sei aber unzufrieden gewesen, weil eine behinderte Wohnungsinteressentin womöglich auf Grund ihrer körperlichen Einschränkungen eine ihr zunächst zugesagte Wohnung dann doch nicht erhalten habe. „In dieser Sache müssen alle an einen Tisch. Ich will auch das ausgeräumt haben“, so Klebe. Zuvor sollen die Fragen in den entsprechenden Ausschüssen behandelt werden, schlug Stadtratsvorsitzender Hans-Georg Kempcke vor.

Hinter den Kulissen brodelt es indes weiter. Auch zwischen Mechaus Ortsbürgermeister Hartmut Baier und Norman Klebe. Grund dafür soll die Rückforderung von Verkaufserlösen Mechaus durch die Treuhand sein, die die damalige Gemeinde Mechau aber ausgegeben und nicht auf einem Sperrkonto belassen hatte, erfuhr die AZ. Nun soll die Stadt Arendsee bezahlen – Gerichte werden bemüht. Klebe äußerte sich gestern dazu nicht. Er denkt derzeit über mögliche rechtliche Schritte gegen Ahlfeld nach.

Von Harry Güssefeld

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