Zuwachs für Vogelfamilie

Adoptivstorch aus Hemstedt erfolgreich ins Kaulitzer Nest gesetzt

Die Storchenfamilie von Kaulitz
+
Das erste Familienfoto mit dem Neuzugang (l.): Die Zuversicht ist groß, dass die Adoption des ursprünglich aus Hemstedt stammenden Storches erfolgreich sein wird.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

Der neueste Einwohner des Arendseer Ortsteils Kaulitz ist ein Jungstorch. Am Sonntagmittag machte sich Thomas Koberstein, einer von mehreren Storchenbetreuern im Altmarkkreis Salzwedel, mit einigen Helfern daran, das Adoptivtier in das Nest in luftiger Höhe zu setzen. Bei der Gelegenheit wurde der reguläre Nachwuchs gleich beringt.

Kaulitz – Der Storch stammt aus Hemstedt, einem Dorf bei Gardelegen. Dort war er vor drei Wochen, am Pfingstwochenende, aus dem Nest geworfen worden oder selbst herausgefallen – so genau lasse sich das nicht sagen, meinte Koberstein. Weil sich das Tier aber keine schweren Verletzungen zuzog, konnte er durch die Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg aufgezogen werden. Um nun fliegen zu lernen, müsse er zu Artgenossen ins Nest, hieß es.

Diese neue Heimat ist Kaulitz geworden. Dort gibt es in der Dorfmitte bereits Nachwuchs in Form von zwei Jungstörchen. Einen weiteren zu ernähren, das würden die Altstörche schaffen, so der Fachmann. Außerdem könnten sie nicht zählen. Ein Alternativstandort wäre übrigens Vissum gewesen; dort gibt es allerdings bereits dreifachen Nachwuchs. Mehr sollte den Störchen nicht zugemutet werden.

Die Adoption in Kaulitz verläuft gut, bestätigte Thomas Koberstein der AZ auf Nachfrage. Gestern habe er ein weiteres Mal nachgeschaut, Anwohner haben ebenfalls ein wachsames Auge auf das, was aktuell bei den Schwarzweiß-Gefiederten passiert. Erste Flugversuche könnte es in einigen Wochen geben.

Die Ansiedlungsaktion blieb in Kaulitz nicht unbemerkt. Ein Interessierter aus Binde fragte bei dieser Gelegenheit nach, ob es im südlich liegenden Nachbardorf ein weiteres Storchennest geben könnte. Zwischen den Standorten sollte ein Abstand von drei Kilometern nicht unterschritten werden, bekam der Mann aus Binde als Antwort, denn in der nördlichen Altmark sei die Nahrung begrenzt und in Binde bereits ein Nest vorhanden. Immer wieder erreichten ihn Anfragen, meinte Thomas Koberstein. Die Störche haben gut zu tun, ihren Nachwuchs (und den adoptierten) satt zu bekommen. Die Zuversicht für Kaulitz ist dennoch groß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare