Idyllisch und abgemeldet

Abseits gelegene Arendseer Tourismusstätten wollen ans schnelle Netz

Ein touristischer Wegweiser an der Kreuzung Lindenstraße / Harper Weg in Arendsee
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Die großen Arendseer Tourismusstätten konzentrieren sich im östlichen Stadtbereich. Durch die Lage abseits des Zentrums gestaltet sich die Digitalisierung aber schwierig. Die Betroffenen pochen auf eine Lösung.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Es scheint eine paradoxe Situation zu sein: Dort, wo in Arendsee die Touristen übernachten, ist das Fragezeichen hinter der Digitalisierung am größten. Schöne Natur, aber kein ausreichendes Internet und bislang kaum eine Perspektive darauf. Am Donnerstag nun kamen Vertreter von Stadt, Politik, KiEZ, Integrationsdorf (IDA), Schule und Luftkurort-Arendsee-GmbH im IDA zusammen, um über dieses Problem zu reden.

Arendsee – Thomas Giese, geschäftsführender Gesellschafter des IDA, sprach von anspruchsvoller Kundschaft, die bei Ankunft schnell wissen will, welche Wege ins Netz führen. Doch das IDA könne nur ein bisschen DSL vorweisen. „Wie sollen wir hier weiterkommen?“, fragte Giese.

Ähnlich sieht es im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) Arendsee aus. Maximal neun Zugänge für Gäste gebe es, so Geschäftsführerin Kirsten Hohmeyer. Sonja Nowak von der Luftkurort-Arendsee-GmbH wusste nicht viel Besseres zu berichten: maximal DSL auf dem Campingplatz, auf der „Queen Arendsee“ hingegen gar nichts. Auch LTE per Funk helfe letztlich nur bedingt, hieß es.

Anfang Juli sollen in der Arendseer Ganztagsschule umfangreiche Verkabelungsarbeiten losgehen, sagte Direktor Thomas Schlicke. Aktuell sei es aber auch dort noch unbefriedigend.

Aus Stadtsicht klärte Bürgermeister Norman Klebe über den komplexen bürokratischen Sachverhalt auf. Ganz Arendsee sei ein sogenannter schwarzer Fleck. Das heißt, dass es einen Anbieter gibt (Telekom), der in der Stadt ausbauen will – freilich ohne Zwang, auch die neueste und schnellste Technik (VDSL statt Glasfaser) einsetzen zu müssen. Der Zweckverband Breitband Altmark, in dem die Einheitsgemeinde Mitglied ist, dürfe laut Bürgermeister Klebe in solchen Gebieten nicht ausbauen, sondern müsse sich auf unterversorgte Areale beschränken, die weißen Flecken. In den Randgebieten der Stadt gebe es nur wenig schnelles Internet, führte Klebe aus. Seit Weihnachten warte die Stadt darauf, dass die Telekom ihre Technik einbaue. Immerhin: Sollte es soweit sein, könnte das Funknetz entlastet werden. Auch habe ein Dienstleister wegen des Baus eines leistungsstarken Funkturms angefragt. Für Klebe nur Zwischenlösungen. Er hofft, dass früher oder später kein Weg mehr an Glasfaser vorbeiführt.

Die Möglichkeit, sich eine Leitung auf eigene Rechnung verlegen zu lassen, habe das KiEZ bislang abgeschreckt. Kosten: 107 000 Euro.

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