Arendsees Vorzeige-Bauwerk macht schon seit Jahren Probleme

850.000 Euro-Tribüne bröckelt und bröckelt

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Die Schäden an der Tribüne sind enorm: Immer wieder müssen Holzteile ausgewechselt werden, damit der Verkehrssicherungspflicht entsprochen wird. Das Holz fault, einige Teile sind bereits durch Metall ersetzt worden.

Arendsee. Sie ist der Stolz der Arendseer: Und als sie am 12. Juli 2008 mit großem Bramburium eingeweiht wurde, hätte wohl niemand gedacht, dass das Bauwerk, das mit 650.000 Euro Fördermitteln errichtet wurde, nicht mal zehn Jahre danach ständig repariert werden muss.

Denn: Die amtierende Chefin der Luftkurort-Arendsee-GmbH, Sonja Nowak, machte dieser Tage darauf aufmerksam. „Seit einigen Jahren schon müssen wir Holzteile auswechseln, vor allem Laufflächen“, erklärte sie gegenüber der AZ. Aber nicht nur: Selbst tragende Teile aus Holz wurden bereits gegen Metallelemente getauscht. „Es geht hier um Verkehrssicherungspflicht“, so die Chefin. Die auch weiß, dass rund 500 Menschen auf der Tribüne Platz finden können.

Besonders schlimm seien die Schäden im Bereich der Pumpen. Das Bauwerk selbst gehört der Stadt, als Anlagevermögen buchtechnisch vermerkt im Eigenbetrieb. „Die Kosten für die Sanierung übernimmt daher die Stadt. Aber wir von der GmbH helfen mit unseren Leuten, um keine Firmen beauftragen zu müssen“, erklärte Nowak.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten allein für die Laufflächen der Tribüne auf rund 600 Euro Materialkosten. Anhand von Bildern wurde deutlich, wie verfault das Material ist – und dass es keine Alternative zu einer Auswechslung gibt.

Die Tribüne war als Ersatzbauwerk für die 1982 bei einem Eisgang zerstörte alte Tribüne errichtet worden. Sie ist 53 Meter lang, zehn Meter breit und vier Meter hoch. 21 Dalben aus Metall wurden in den Seeboden gerammt, um das Gesamtgebilde zu tragen. Ein Stahlfachwerk dient als Auflagenkonstruktion, darüber befinden sich 40 Nagelplattendoppelbinder aus Lärchenholz.

Von Harry Güssefeld

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